Schon 959 wird Höhn erstmals genannt. Der Name Hana, später Häna oder Hene, kommt zum ersten mal im Jahre 930 in den Annalen der Geschichte vor. Herzog Herrmann war einer der angesehendsten Freunde des Sachsenkaisers Heinrich, dem er auch mit allen seinen Mannen Waffenhilfe im Kampfe gegen die Ungarn im Jahre 933 leistete. Zum Danke schenkte Kaiser Heinrich dem Herzog Hermann die Reliquiendes Hl. Florian. Herzog Hermann übergab sie mit der ganzen Provinz "Hana" als Schenkung in die Obhut des Klosters der hl. Maria in Koblenz, dem heutigen Floriansstift. Dieses Stift hat auch die erste Kirche in Höhn gebaut und die Pfarrei in Schönberg gestiftet. Desweiteren bestätigte der Trierer Erzbischof dem St. Florin-Stift in Koblenz die Herkunft seines Besitzes, der zum Großteil auf eine Schenkung von Herzog Hermann von Schwaben zurückgeht und wozu auch grundherrlicher Besitz in Höhn gehörte.

Um 1000 schenkte Erzbischof von Trier auch den Zehnten zu Höhn dem St. Florin-Stift. Diese Schenkung sieht Dr. Hellmuth Gensicke im engen Zusammenhang zu der damaligen Einrichtung der Pfarrei Höhn, die wohl aus dem Pfarrbezirk Gemünden herausgelöst und vom Stift in Kolbenz abhängig war. Die Kirche und 21 Bauernhöfe zu Höhn gehörten 1206 und 1231 zu den bedeutendsten Stiftungsgütern des Benediktiner-Nonnen-Klosters Oberwerbe in der Grafschaft Waldeck, welches um 1125 gegründet wurde. Während in den ersten Nennungen der Name "Hana" Verwendung findet, ist 1114 von "Haanan" und zwischen 1209 und 1525 von "Hene" die Rede. Das seit 1828 in Höhn vereinte Urdorf taucht erstmals 1386 als "Ordorff" auf. 1457 schreibt man dann "Oirdorff", 1578 dann "Urdorff" und dann 1721 schließlich "Urdorf".

Grube Alexandria

1651 wurde in einem Wald bei Schönberg ein Bergwerksbetrieb eröffnet. Die Jahreszahl ist somit für den Raum Höhn von großem Interesse, belegt diese doch die Anfänge eines über Jahrhunderte bedeutsamen lokalen Wirtschaftszweiges, wo teilweise über 1000 Menschen Arbeit fanden.

1699 baten Johann Peter Grohe und Johann Jacob Haaß beim Fürsten von Nassau-Hadamar um Erlaubnis, nun auch am linken Talhang der großen Nister nach Bodenschätzen suchen zu dürfen.

1701 wurde dann auch im Wald beim „ Kackenberger Stein“ nach Bodenschätzen gesucht.

1703 nehmen die beiden vorgenannten Grohe und Haaß mit dem Oberjäger Schilling in der Gemarkung Höhn ein Bergwerk in Betrieb. Die Kohle wurde ver kauft. Von 1739 bis 1743 wurden insgesamt 299 Fuder gefördert.

1 Fuder zum Preis von einem Rechstaler
1 Fuder waren = 10 Zain =  8,1 m³

Eine detaillierte Beschreibung lieferte 1786 Johann Phillip Becher in seiner Mineralogischen Beschreibung. Das Buch erschien in Berlin und kann im Original in der Wiesbadener Landesbibliothek eingesehen werden.

 Am 7. März 1961 wurde die Grube „Alexandria“ ( Alex ) still gelegt. Damit endete eine etwa 200jährige Bergwerksgeschichte im oberen Westerwald.
Das Ende der letzten Höhner Zeche war ihrer einstigen Bedeutung und der langen Tradition wenig angepasst. Der letzte Betreiber, die Karlsruher Gesellschaft für Vermögensverwaltung sowie deren Tochterfirma „Westerwälder Bergwerksgesellschaft mbH“ waren wenig seriöse Unternehmen und nicht in der Lage den Grubenbetrieb aufrecht zu erhalten. Immer mehr Bergleute verloren die letzten Jahre ihren Arbeitsplatz. Von den einstmaligen über 1.000 Bergarbeitern waren es 1955 noch 300, in 1956 noch 235, in 1957 noch 199, in 1958 noch 120, in 1959 noch 61, in 1960 noch 54 und in 1961 noch 14.
Als ewige Erinnerung erstellte die Gemeinde Höhn am Marktplatz einen Teil des Förderturmes als Denkmal.

Elektrizitätswerke Westerwald AG (Ewag)

1914 Einen echten bedeuteten Aufschwung verzeichnete die Grube „Alexandria“ mit der Errichtung der Elektrizitätswerke Westerwald AG (Ewag).
Die Ewag wurde nicht nur Eigentümer der Grube, sie nahm auch 40 bis 60% der gesamten Fördermenge ab.
Der Aufschwung durch den ersten Weltkrieg, bedingt durch den Mangel an Brennmaterialien, dauerte bis etwa 1925 an. In diesen Jahren erlebte die Grube ihre Blütezeit.

1923 waren allein im Höhner Bergwerk über 1.000 Menschen beschäftigt. Diese beförderten 163.946 Tonnen Kohle.

1954 erwarb die RWE die EWAG einschließlich der Pachtfelder Nassau, Oranien und Waffenfeld, die sich seit 1925 im Besitz des Preußag-Unternehmens befanden.

1955 verkaufte die RWE schon wieder ihren Höhner Besitz an die Firma Daelen in Wiesbaden.

1956 Das Ende des Bergbaues war abzusehen, als das Kraftwerk stillgelegt wurde.
Auch die Dormann KG, die in 1958 Eigentümer der EWAG und der Preußag – Felder wurde, konnte keinen Aufschwung mehr herbeiführen. Deren Nachfolger besiegelten dann schließlich das Ende einer langen Bergbautradition.

Schule

Besondere Begebenheiten aus den letzten 200 Jahren, wie sie die Alten aus Oellingen noch im Gedächnis haben und was die Schulchroniken von Höhn und Oellingen berichten.

1727 - 1822 Erstes Schulhaus in Höhn ( Kirchspielschule ), darin ein Zimmer für den Pfarrer (wahrscheinlich Gillichs - Haus später Ww. Josef Eisenmenger). Bis 1767 bilden Höhn, Urdorf und Oellingen eine Schulgemeinde.

1768 - 1817 Oellingen bekommt eine eigene Schule und Lehrer (Dinglehrer). Der Unterricht wurde abwechselnd in den Wohnungen der Schulkinder abgehalten.

1817-1824 Die Kinder von Oellingen gehen wieder in die Schule nach Höhn.

1822 Das alte Schulhaus in Höhn wird an Joh. Eisenmenger verkauft. Lehrer Heep hatte ein eigenes Haus neben dem Kirchhofstor bei der Kirche. Der Unterricht fand im Wohnhaus statt.

1824 Oellingen bekam eine selbständige Schule. Der Schulraum wurde für 13 Gulden bei Johann Heinz gemietet. Das Schulzimmer war nicht gedielt.

1834 Ein neuer sehr schlechter Schulraum, ohne Ofen, wurde bei Christian Heinz gemietet.

1839 Die Sonntags- und Abendschule wurde eingerichtet.

1841 Ein neuer Schulraum wird bei Joh. Höhn II gemietet.

1861 Am 14.11. wurde in Höhn die neue Schule eingeweiht ( jetzt Rathaus)

1864 Das neu erbaute Haus von Christian Heinz III wurde für 5000 Gulden gekauft und als Schule eingerichtet.

1865 Das Haus bekommt ein Türmchen mit Glocke (Glockengießer Lehmann Neuwied). Die Glocke hatte ein Gewicht von 1 Zentner. Die Glocke wurde nur für die Schule genutzt, da das andere Leuten zu teuer für die Gemeinde war. Das Heizen der Schule übernahm der Lehrer Lehnhäuser. Dafür bekam er von der Gemeinde einen Klafter Buchenholz und fünf Zain Kohlen.

1923 Die Oellinger Schule wird gebaut. Am 3.7.1925 wird der zweite Schulsaal eingeweiht.

1949 Es wurde eine Schulwohnung ausgebaut.

19?? Die Gemeinden Höhn und Oellingen bauen die jetzige Schule St.Barbara.


Die Lichtversorgung

Mit der Erbauung des Elektrizitätswerkes in Höhn um 1910 kam auf dem Westerwald der große Umschwung in der Lichtversorgung. Schon nach einigen Jahren brannte in einigen Orten das elektriche Licht.

1916 In unserer Gemeinde Oellingen wurde der Anschluss an das Stromnetz vollzogen. Seitdem erstrahlt auch in unseren Häusern das angehende Licht. Zur Beleuchtung der Straßen wurden dann bald an zentralen Stellen Lampen angebracht. Diese spendeten abends nur spärlich Licht, aber es war immerhin schon eine Verbesserung. Man brauchte nicht mehr im Dunkeln zu tappen. Während des letzten Weltkrieges war die Straßenbeleuchtung ganz ausgeschaltet. Nach dem Krieg wurde eine provisorische Beleuchtung angebracht.

1953 Die neue, moderne Neonbeleuchtung wurde installiert. Ein wunderbar mildes und vor allem helles Licht verwandelte ab dann die Nacht zum Tag. Leider ging zur bestimmten Uhrzeit das Licht in der Nacht wieder aus. 1974 entschloss sich der Gemeinderat, das Licht die ganze Nacht durchbrennen zu lassen.

Die erste Wasserversorgung

In früheren Jahren holten die Bewohner von Oellingen in der Nähe des Oberborns und des Struthborns ihr Wasser. Dorthin wurde auch das Vieh zur Tränke getrieben. Nach einigen Jahren leitete man das Wasser mit Tonröhren ins Dorf zu einem Brunnen. Jetzt konnten sich dort die Bewohner das Wasser holen. Beim Neubau des jetzigen Tanzlokals Korallenriff wurden 1970 noch Tonrohre, 30 cm lang und 8-10 cm Durchmesser gefunden. Später gruben sich die Leute auf ihren Grundstücken beim Haus einen Brunnen. Noch Anfang 1950 als die spätere Leitung kein Wasser brachte, holten Bürger mit Eimern und mit Milchkannen Wasser vom Brunnen beim Anwesen Hugo Krämer = Hamboiersch Hugo, ( später Josef Lehnhäuser gegenüber Wirtshaus Mohr). Auch im Haus ( ehemals Wilhelm Röder = Deinese Wilhelm ) das jetzt abgerissen und wo jetzt das Bushäuschen steht, gab es einen Brunnen. Einen weiteren Brunnen gab es im ehemaligen Anwesen Heinrich Müller ( jetzt Dorfbrunnen ). Die Wasserversorgung in Oellingen war schon immer gut. Es gab zahlreiche Brunnen mit gesundem und gutem Wasser. Durch die ständige Zunahme der Einwohnerzahl und durch die Abzapfung der Grube Alexandria reichte die Wasserversorgung durch die Brunnen nicht mehr aus.

Aus dem vorgenannten Grund entschlossen sich 1905 die beiden Gemeinden Höhn und Oellingen, gemeinsam eine Hochdruckwasserleitung zu bauen. Am Fuße des Salzburger Kopfes in der Nähe von Hof wurden Quellen gekauft und gefasst und in einer 9 Kilometer langen Leitung in den Hochbehälter bei Höhn geführt. Die Bauarbeiten wurden von der Firma Gebr. Koelsch, Bad-Marienberg, ausgeführt. Bei der damaligen finanziellen Lage der Gemeinden war das schon eine große Leistung.


Die Eisenbahn

1842 tauchten im Hess. Hauptstaatsarchiv erstmals Pläne zu Eisenbahnverbindungen über Höhn und den Westerwald auf. Diese hatten aber vorrangig das Ziel, eine Verbindung zwischen dem Westerwälder Braunkohlenrevier und Limburg an der Lahn herzustellen, von wo aus die Kohle auf dem Wasserwege weiterbefördert werden sollte. Vier Jahre später ließ dann die Regierung in Wiesbaden ein Projekt zwischen Wiesbaden und Köln ausarbeiten.

Am 20. Mai 1898 wurde die Genehmigung zum Bau und zum Betrieb der Strecke Rennerod – Westerburg erteilt. Der Streckenverlauf berührte die folgenden Gemarkungen : Rennerod, Niederrossbach, Neustadt, Fehl-Ritzhausen, Höhn-Urdorf, Schönberg, Ailertchen, Halbs, Stahlhofen, Hergenroth und Westerburg.

 1907 setzte mit dem Bau der Eisenbahnlinie Westerburg nach Bad-Marienbergeine gewisse Industrialisierung ein. Am 16.07.1907 wurde die 16,87 Km lange Teilstrecke eröffnet. Die Arbeiter des oberen Westerwaldes sollten schneller zu den Industrieregionen in den Unterwesterwald gelangen. Auch der Transport der Westerwälder Bodenschätze sollte begünstigt werden. Allein von der Grube Nassau wurde in Höhn jährlich zwischen 6.000 und 7.000 Tonnen Braunkohle verladen. Man höre und staune, schon im Jahre 1907 dachte man daran, Urlauber per Eisenbahn in den hohen Westerwald zu bringen.


Marktgeschehen

Von seiner einstigen Bedeutung hat der Höhner Marktplatz viel eingebüßt. Heute dient der Platz zwischen den Straßen nach Großseifen und Fehl-Ritzhausen eher als Parkplatz. Nichts erinnert mehr an die Markttage vergangener Jahrhunderte. Nichts? - doch: Einmal jährlich, am Kirmesmontag in Höhn (i.d.R. am ersten Montag nach dem 2.Juli jeden Jahres) findet wieder reges Markttreiben in Höhn statt. In der gesamten Strasse "Am Markt" und der "Grubenstrasse" bieten viele Händler aus der näheren und weiteren Umgebung ihre Waren an. Es gibt hier zwar keine Ferkel und Ochsen mehr, die ihren Besitzer wechseln wollen, jedoch kann hier jeder Marktbesucher noch sein "Schnäppchen" finden. Während des Markttages wird die Veranstaltung traditionell durch die Öllinger Blasmusikanten auf dem Markt und im Festzelt am Marktplatz mit stimmungsvoller Blasmusik bereichert, so dass jeder Gast sich hier gut und angenehm unterhalten und aufgehoben weiß.

Seine erste Erwähnung findet der Markt zu Höhn im Jahre 1597. Dieser St. Johannismarkt hatte sich aus dem mit einer Wallfahrt verbundenen Kirchweihtag entwickelt. Das Verzeichnis der Jahrmärkte in der Grafschaft Nassau-Katzenelnbogen, welches 1639 begonnen und 1658 fortgeführt wurde, bestätigt nochmals das frühe Höhner Marktrecht. Neben Driedorf, Gemünden und Mengerskirchen wird auch in Höhn jährlich ein Jahrmarkt abgehalten. Eine Notiz in den Hadamarer Renteirechnungen führt als Einnahmen der Fürstlichen Verwaltung aus dem Höhner Markt des Jahres 1690 ( 1 und 2 Juli ) 14 Taler, 3 Kopfstücke und 6 Petermännchen auf. 1743 wurden auf dem Jahrmarkt zu Höhn zwei Bäcker und 2 Krämer die Waren abgenommen, weil sie sich nicht gebührenpflichtig eingeschrieben hatten. 1788 verlangte Nassau-Oranien den sonst um Michaelis gehaltenen Markt von Rotenhain nach Höhn zu verlegen und legte ihn auf den Tag des benachbarten Secker Kiliansmarktes, um so dem Nassau-Hadamarer Markt zu schaden. Unter sehr schlechten Wetter litt der Markttag im Jahre 1804. Da der Höhner Markt durch das üble Wetter im Grunde verdorben sei, setzte der Renneroder Amtmann Hinzpeter einen Nachmarkt zu Emmerichenhain an. Dies führte zu Streitigkeiten mit dem Amtmann Geil von Mengerskirchen. In einem Bericht an den Innenminister im Großherzogtum Berg gibt der Präfekt des Siegdepartements zu Dillenburg am 15. Mai 1810 eine genaue Beschreibung der Marktverhältnisse in seinem Zuständigkeitsbereich. Darin heißt es zu Höhn:

"In Höhn werden 5 Märkte gehalten. Hauptsächlich wird mit Vieh und mit Ellen- und sonstigen Krämerwaren gehandelt. Die Ellenwaren werden in Tragkästen oder Säcken gebracht. Ochsen und Schweine werden meist ins Ausland, nach Limburg, Diez, Koblenz, Neuwied, Frankfurt, usw. geführt. Jährlich gehen etwa 30 gemästete Ochsen, 40 Kühe, 350 Schweine und Ferkel ins Ausland. Beim Hornvieh werden etwa ebensoviel Stück ungemästet ins Ausland verkauft. Dagegen werden fette Kühe vor allem im Inland gebraucht. Der Maire berichtet, das viele Leute während der Sommermonate auf die Märkte nach Petermännchenhausen im Herzogtum Nassau, eine Stunde von Rotenhain, gehen. Als Mittel dagegen empfiehlt er die Verlegung von 2 Höhner Märkten nach Rotenhain."

 Natürlich war der Markttag auch in früheren Zeiten nicht nur Handelstag, Geselligkeit und Volskbelustigung gehörten ebenso dazu. Dabei kam es auch im Nassauischen des öfteren zu Ausschreitungen. So wird auch von Schlägereien aus Höhn berichtet, die sich meist im Anschluß an den Markt in den Gasthäusern der Gemeinde ereigneten.

Zwischen 1834 und 1836 wurde der neue Marktplatz in Höhn, der schon im 18. Jahrhundert eine umfassende Veränderung erfahren hatte, angelegt.
In den entsprechenden Planungsunterlagen des nassauischen Amtes findet sich auch die abgebildete Skizze, die das ungefähre Ortsbild aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vermittelt. Des öfteren wurde die Markttage aus unterschiedlichen Gründen verlegt. Diese Marktverlegungen veröffentlichte dann das "Herzoglich Nassauische allgemeine Intelligenzblatt". So geschehen 1842, als man auf "Ansinnen des Höhner Ortsvorstandes", vom 30.5. auf den 6.6. auswich. Grund für diese Verlegung war der am 30. Mai stattfindende Markt in Langendernbach. Aus gleichem Grund erfolgte 1845 eine Verlegung vom 26. Mai auf den 9. Juni

1843 wurde wegen dem Markt in Emmerichenhain eine Verlegung vom 29.5 auf den 8.6 erreicht.

1849 berichtet die Zeitung mit Datum vom 14. April

"Der auf den 24. Mai zu Höhn bestimmte Markt wird wegen des auf denselben Tag fallenden Markts zu Gründen auf Dienstag den 5. Juni verlegt.

Dieses wird zur Kenntnis des handelnden Publikums gebracht.

Marienberg 31.3.1849, Herzogliches Amt, Sell".

Wie wichtig die jüdischen Händler für das Marktgeschehen waren, belegt die Verlegung im Jahre 1848. Der auf den 7. Juni terminierte Markt kann wegen des dann stattfindenden jüdischen Feiertages nicht abgehalten werden und wird deshalb auf den 20. Juni verlegt.


Alte Gerichtbarkeiten

Die Grafen von Diez, als Landesherrn im Bereich um Höhn, hatten im oberen Westerwald und damit im Norden des Niederlahngaus schon früh ein Landgericht "auf den Stühlen" bei Winnen eingerichtet. Der Gerichtsbezirk um Höhn wird schon 1114 als "provincia Hana" genannt. In den erhaltenen Aufzeichnungen wird zumeist die Bezeichnung Gericht oder Landgericht gebraucht. Es kommt jedoch auch vor, dass von der Zehnt Höhn (1376, 1391) und 1444, von der Zehnt Rennerod oder vom Kirchspiel Höhn (1482) und 1525 gesprochen wird.

Das Gericht war 1470 mit einem Zehntgrafen besetzt, zeitweise waren es sogar zwei, wovon einer für Nassau und der andere für Kurtrier und Hessen zuständig war. 1517 und 1520 werden sieben Gerichtsschöffen genannt. Der 1525 als "Schreier" erwähnte Gerichtsbote erhielt von jedem Haus für seine Tätigkeit ein Brot oder 3 Pfennige.

Zum Gerichtsbezirk gehörten im Jahre 1525 die Orte Höhn, Oellingen, Ailertchen, Hinterkirchen, Hölzenhausen, Püschen, Dreisbach, Neuhochstein, Hahn, Schönberg, Urdorf, Irmtraut und Winnen, sowie sämtliche Orte im Kirchspiel Willmenrod. Der in Höhn tätige Zehntgraf verwaltete teilweise auch die Gerichte in Rennerod und Rotenhain. Dies begünstigte fließende Veränderungen in der Zuständigkeit. So gehörten Rennerod 1571, Neustadt 1572 und 1578 sowie Hellenhahn, Schellenberg, Schorrenberg und Pottum (alle 1578) zum Gericht in Höhn.

Wenig Erfolg war dem Gericht bezüglich der Vereinnahmung der freiwilligen Gerichtbarkeit (vom Hubengericht) beschert. Mehrfach bemühten sich Zehntgrafen und Schöffen in den Jahren 1537, 1546, 1559 und 1561 um eine Ausweitung ihrer Zuständigkeit.
Die Gerichte in Höhn und Rennerod ließen 1535 eigene Siegel anfertigen. Beide Siegel zeigen über den Diezer Wappen den jeweiligen Kirchenpatron. Laut Gensicke ist dem Siegelschneider bei der Herstellung des Höhner Siegels ein Fehler unterlaufen. Er verwechselte das Sinnbild des Kirchenpatrons und stellte Johannes den Täufer mit dem Kelch des Evangelisten Johannanes in der Linken dar. Ein Gipsabdruck des Höhner Siegels befindet sich in den Beständen des Museums Wiesbaden.

 

Quelle: Homepage Gemeinde Höhn