In der "Beschreibung des Herzogthums Nassau" von C.D. Vogel1), Decan in Kirberg wird das Amt Marienberg 1843 wie folgt beschrieben:

Dieses Amt gränzt nördlich an das Königreich Preußen und ist auf den anderen Seiten von den Aemtern Hachenburg, Selters, Walmerod, Rennerod und Herborn umgeben. Es hat eine hohe Lage auf einer Bergfläche, die sich auf beiden Seiten der großen Nister absenkt, einen vorzüglich guten Boden, aber ein sehr rauhes und kaltes Clima. Es wird darum nur wenige Winterfrucht gebauet. Die Sommerfrucht und alle Wurzel- und Knollengewächse aber gedeihen desto besser. Es hat vortreffliche Viehweiden und an den meisten Orten gar keinen und an den anderen nur ganz unbedeutenden Obstbau.

Sein Flächenraum beträgt 2013 Quadratmeilen oder 44,125 Steuernormalmorgen, worin sich 39 Gemeindezirke, bestehend aus 43 Dörfern mit einzelnen Häusern und 21 Mühlen, auf folgende Weise theilen:

Gemeindebezirke
Größe der Gemarkung
[Morgen]
Zahl der Häuser
Zahl der Familien
Evan- gelische
Katholiken
Menoniten
Juden
Marienberg
1906
82
136
513
22
-
-
Ailertchen
1994
45
66
5
265
-
-
Bach
668
20
31
160
1
-
-
Bellingen
1617
36
49
-
218
-
-
Bölsberg
567
27
36
145
-
-
-
Bretthausen            
1325
41
60
236
5
-
-
Büdingen
946
33
57
5
209
-
-
Dreisbach
1733
96
72
8
300
-
-
Eichenstruth
511
22
31
113
5
-
-
Enspel
632
16
25
1
114
-
-
Erbach
755
31
6
189
3
-
-
Fehl und Ritzhausen
1714
44
67
292
8
-
-
Großseifen
581
30
44
193
10
-
-
Hahn
1022
28
5
9
194
-
-
Hardt
764
31
49
217
3
-
-
Hinterkirchen
501
9
15
-
55
-
-
Hintermühlen
301
17
30
8
94
-
-
Hön und Urdorf
2148
92
148
91
529
-
-
Hölsenhausen
502
17
22
-
81
-
-
Hof
3136
97
154
612
1
-
-
Kackenberg
760
31
30
2
18
-
-
Langenbach
886
39
64
238
7
-
-
Langenhan
897
26
3
3
138
-
-
Liebenscheid
2223
73
121
17
-
-
-
Löhnfeld
749
22
36
141
-
-
-
Oellingen
1612
42
67
15
298
-
-
Pfuhl
592
24
37
166
1
-
-
Püschen
796
15
25
-
86
-
-
Rotzenhan
879
35
51
-
189
-
-
Schönberg
813
30
48
7
190
-
-
Stangenrod
710
31
45
193
1
-
-
Stein und Neukirch
2793
66
98
436
3
-
-
Stockhausen u. Illfurth
1205
30
43
209
-
-
-
Stockum
609
19
36
-
123
-
-
Todenberg
667
17
28
3
84
-
-
Unnau
1892
53
91
324
16
-
-
Weisenberg
1069
32
44
183
-
-
-
Willingen
1242
60
91
350
-
-
-
Zinnhain
409
20
33
112
3
-
-

 

Der Stand der Gewerbe ist:

14 Bäcker
2 Bader
14 Bäcker
2 Bader
5 Bierbrauer
2 Blechschmiede
43 Branntweinbrenner
1 Buchbinder
5 Drechsler
7 Frachtfuhrleute
21 Grobschmiede
1479 Gutsbesitzer
3 Küfer
42 Kleinhändler und Krämer
21 Leinweber
2 Lohgerber
21 Mahlmühlengänge
8 Maurer
8 Metzger
1 Mühlarzt
3 Musikanten
16 Nagelschmiede
6 Oelmühler
1 Sattler
28 Schneider
1 Schneidmühle
6 Schön-und Blaufärber
2 Schornsteinfeger
23 Schreiner
32 Schuhmacher
1 Strohdecker
226 Taglöhner (meist Bergleute)
5 Wagner
89 Wirthe
   

Der Betrag eines Steuersimplums (einfacher Steuersatz) ist 3394 Gulden 52 Kreuzer, nämlich 2015 Gulden 3 Kreuzer Grund-, 352 Gulden 22 Kreuzer Gebäude- und 1027 Gulden 27 Kreuzer Gewerbsteuer2).

amt marienberg 1828Die Kirchspiele Hoen und Rotzenhan lagen im Niederlahngau3) und kamen dann zur Grafschaft Dietz4); Liebenscheid gehörte zum Haigergau und Marienberg mit Neukirch zum Erdehegau, und später zur Herrschaft zum Westerwalde, die auch das Kirchspiel Emmerichenhain noch mit umschloß. Diese kommt 1048 zum ersten male vor5) und war eine abgeschlossene Vogtei von freien Vogtleuten und sogenannten Freileuten bewohnt. Die letzteren waren neben dem Landesherrn den fünf Freihänden, nämlich den Grafen von Dietz, Sayn, Wied und den von Greifenstein und Schönhals, als ihren besonderen Schutzherrn, abgabepflichtig. Die Leibeigenschaft war sehr unbedeutend und konnte neben jenen freien Leuten nie recht aufkommen, da die Kinder hier nicht wie anderwärts, dem Busen folgten, sondern aus der Ehe eines Vogtmannes und eines anderen freien Mannes mit einer Leibeigenen alle dem freien Stande zufielen6). Das Landgericht dieser Herrschaft, mit einem Centgrafen und 21 Schöffen, die alle geborne freie Vogtleute sein mußten, besetzt, hatte seine Hegungsstätte auf der Höhe des Saalberges7). Im 15ten Jahrhundert war es nach Emmerichenhain verlegt worden, wo es vor dem Kirchhofe unter alten Linden seinen Gerichtsring mit den Bänken hatte. Doch das Blutgericht wurde noch 1645 mit 21 Schöffen auf dem Saalberge gehalten.

Die Landeshoheit über diese Herrschaft, die 1289 und später cöllnisches Lehen war, stand der Nassau-Ottonischen Linie zu und fiel 1303 an den Grafen Heinrich I. Als dessen gleichnamiger Sohn 1341 die besondere Beilsteinische Linie stiftete, wurde sie mit Liebenscheid dieser zugetheilt und kam bei deren Aussterben 1561 an Dillenburg zurück8). Von 1606 an gehörte sie der neuen Beilsteiner und seit 1621 der Dietzer oder späteren Oranien-Nassauischen Linie an, unter welcher sie zu dem Amte Beilstein, das 1782 untergetheilt wurde, geschlagen war.

Neben Nassau hatten die Herrn von Runkel und Westerburg hier viele Gerechtsame und Besitzungen, die sie von jenem zu Lehen trugen. Sie bestanden in der Hälfte der Wetten der Gerichte und der Bede, im Mitgebrauch der Jagd und Fischerei und mancherlei grundherrlichen Nutzungen. Daraus entstanden seit 1258 fortwährende Irrungen mit Nassau 9), die erst dann aufhörten, als dieses sie 1617 hier auskaufte.

Marienberg (Mons S. Mariae. Sente Mergenberg), Dorf und Amtssitz mit zwei evangelischen Pfarreien. Dieses Kirchspiel hatte 1258 schon sein Centgericht, dessen Gerichtsstube später über dem Kirchhofsthore war. In demselben und in dem zu Hoen verkaufte Heinrich, Herr von Wildenburg, 1290 all sein Eigenthum an das Kloster Marienstatt für 48 Mark. Auch waren die von Bicken 1336, die von Lunen, genannt More, 1357 und die von Stockheim darin ansässig. Die Besitzungen der letzteren waren vor 1492 an die von Walderdorf und Heppenberg über gegangen. 1782 wurde es der Sitz des damals neu gebildeten Amtes. Seine Kirche, ursprünglich Filial von Herborn, hatte sich schon vor 1231 von da getrennt und deren Patronatrecht wurde Nassau 1287 gegen den teutschen Orden zugesprochen10). Neben dem Hochaltare waren in ihr noch die St. Margrethen-, Catharinen- und Nicolai-Altäre, die ein Kapellan bediente. Durch ein Gewitter entzündet brannte sie 1813 ab und wurde 1821 neu erbauet. Aus dem nun verschwundenen Hofe Rodenberg trugen die von Molnarck Gefälle von Nassau von 1511 bis 1635 zu Lehen.

In dieses Kirchspiel gehören die Dörfer:

Langenbach, das schon 1440 unter dem Namen Durlangenbach, wie es noch jetzt zum Unterschied von dem Hachenburgischen heißt, vorkommt.

Zinhain (Zenen), wo Westerburg 1617 den Zehnten an Nassau verkauft. Hardt. Hier lag vermuthlich der um 1440 vorkommende Hof Gielhayn.

Erbach (Erlebach, Urlebach 1357–1440). In seiner Nähe ist ein ausgezeichneter Basaltfelsen, der Scharfenstein, worauf Johann von Nassau Merenberg und Johann von Westerburg 1354 eine Burg erbauen wollten, die aber nicht zu Stande kam.

Unnau (Unna, Undenau), wo Marienstatt 1323 einige Leibeigene hat, die Sayn in Schutz nimmt.

Wartenberg, verschwundener Hof, gehörte 1360 den von Steinkop11). Graf Heinrich von Nassau - Beilstein verpfändete 1378 eine Gülte12) von ihm an Gerhard von Hertzbach, deren Einlösung 1416 an Marienstatt kam. Dieses Kloster erwarb auch 1506 noch eine Fruchtrente daselbst von den Brüdern Rau von Holzhausen.

Kaldenborn, auch ein verschwundener Hof, den 1343 die Familie von Selbach und 1360 die von Steinkop besaß, und wo das Kloster Marienstatt ebenfalls Gefälle zog. Ob die in dieser Gegend und auf dem Westerwalde von 1307 bis 1489 vorkommenden Adeligen von Kaldenborn13) von hier stammen, oder Glieder der cöllnischen Familie dieses Namens sind, ist noch nicht ermittelt.

Stangenrod, wo die von Haiger 1337 eine Hafergülte hatten und 1428 und 1495 den Zehnten von Nassau-Saarbrücken, wie die von Irmtraud 1503 Geld und Naturalgefälle von Nassau-Beilstein zu Lehen trugen.

Bölsberg (Bilesberg). Am Frankenstein daselbst verkauft Westerburg 1617 den Zehnten an Nassau.

Pfuhl (zum Pfuel), dabei lag Hinterhofen, wo Westerburg auch 1617 den Zehnten verkauft.

Bach (zu der Bach 1435).

Hof, wo eine alte Kapelle war und die von Molnarck 1511 und später Gefälle von Nassau hatten.

Fehl (zum Felde 1357).

Rizhausen (Rytzhusen), wo das von Honsbachische Lehen 1476 an Christian Bastard von Nassau-Beilstein übergehet, und die von Selbach Gilsbach Zehnten und Hafer 1484 von den von Bicken zu Lehen trugen.

Stockhausen

Illfurt (Elsfurt). Neben diesem lag das verschwundene Giebelhausen, wo Westerburg 1336 seinen Zehnten verpfändete und 1617 an Nassau verkaufte. Scheydongen, ausgegangen. Großseifen (Graynsiben), wo Graf Heinrich von Nassau-Beilstein 1306 dem Kloster Marienstatt seine Besitzungen bestätigt.

Eichenstruth

Neukirch, (Nova ecclesia, Nuwekyrche), evangelisches Pfarrdorf. Auch diese Kirche gehörte zu Herborn, wurde vor 1231 davon getrennt und 1287 Nassau zugesprochen. Sie brannte 1813 durch ein Gewitter ab und wurde bald wieder hergestellt. In diesem Kirchspiel hatten die von Almesdorf ein Nassauisches Lehen, das 1383 an die von Beilstein kam14). Es gehörte bis 1782 zum damals zertheilten Amte Beilstein und von da bis 1816 zum Amte Rennerod. Hierhin pfarren die Dörfer Stein, Bretthausen (Bredehusen), Willingen (Wildongen), Löhnfeld (Lyntfelt). Ausgegangen ist Kotzhausen. An diesen beiden Orten hatten die von Kaldenborn Zehnten und Gülten von Nassau, die 1403 an die von Selbach kommen15).

Kramphusen, ein in der Gemarkung von Löhnfeld schon 1520 verschwundenes Dorf.

Liebenscheid (Leybulscheid, Liebelscheid), evangelisches Pfarrdorf, gehörte ursprünglich und noch 1344 zum Gerichte Haiger. Seine Burg mit allen grundherrlichen Nutzungen wurde 1311 der Nassau-Beilsteinischen Linie zugetheilt, die sie mit dem Ort 1353 an Trier zu Lehen auf trug16), und 1360 vom Kaiser Carl IV. die Erlaubniß, den Byvang unter der Burg oder das Dorf zu einer Veste und gemauerten Stadt zu machen, auswirkte17). Jetzt wurde es mit Mauern, Graben und Thürmen umgeben und erhielt sein eigenes Centgericht. Um 1380 wurde es die Residenz des Grafen Reinhard von Nassau-Beilstein, kam 1425 an den Grafen Heinrich und 1537 an den Grafen Bernhard, der hier 1556 starb18). Nach dem Erlöschen der Beilsteiner Linie im Jahre 1561 fiel es an Dillenburg zurück und wurde zum Gericht Neukirch und Amte Beilstein geschlagen. Graf Johann der Aeltere ließ 1588 den Ort mit Wällen und aufeinander streichenden Brustwehren aufs neue befestigen, was aber alles der 30jährige Krieg wieder zerstörte, der auch die Burg in einen blosen Steinhaufen verwandelte, so daß jetzt nur noch ein unbedeutender Mauerrest davon übrig ist. Um und in der Nähe des Ortes waren 10 große Fischweiher, die jetzt bis auf einen alle trocken gelegt sind. Die hiesige Kapelle bauete Graf Heinrich III. von Nassau-Beilstein und dotirte sie 1452 mit dem Wormershofe in Bretthausen. Seit dem wohnte ein Geistlicher hier. Von 1570-1755 war der Ort nach Neukirch eingepfarrt, erhielt aber im letzten Jahre wieder seine eigne Pfarrei.

Oberliebenscheid bestand 1511 noch. Hierzu gehört das Dorf Weisenberg.

Rotzenhan, katholisches Pfarrdorf. Dieses und das folgende Kirchspiel gehörten seit 1606 zur Nassau-Beilsteinischen, seit 1621 aber zur Hadamarischen Linie und bis 1782 zum alten Amte Stuhlgebiet, kamen aber damals zu dem neuen Amte Marienberg. Es war 1314 von Dietz an Sayn und 1423 an die von Wilmerode verpfändet19). Seine Bewohner bestanden neben den freien Vogtleuten meistens aus Saynischen Leibeigenen. Die letzteren kaufte Graf Johann der Aeltere von Nassau 1588 alle an sich. Neben dem Centgerichte war auch hier eine Vogtei über freie Bauern, deren Grenze von der Nister an über Hartenfels, Dierdorf und Hammerstein, von da den Rhein aufwärts bis Ehrenbreitstein, und dann über Montabaur, Els, Ostheim, Beselich und den Knoten bis wieder an die Nister lief. Sie gehörte 1537 aufs Haus Hadamar und hatte in Rotzenhan jährlich zweimal ihr Gericht20). Die hiesige Pfarrkirche wurde bald nach 1289 dem Stifte in Diez incorporirt, das die Hälfte des Zehntens im Kirchspiele zog, und die andere Hälfte dem Pfarrer überließ. 1413 wurde eine Frühmesserei gestiftet. Hier hin pfarren die Dörfer: Langenhan, das ins Kirchspiel Wilmerod gehörte, aber bei Einführung der katholischen Confession von da 1631 nach Rotzenhan verwiesen wurde, und wo die von Selbach 1484 einen Theil des Zehntens von den von Bicken zu Lehen trugen, Enspel, Todenberg (Doderinperch), wo die Herrn von Greifenstein um 1260 Güter an Marienstatt verkaufen, Büdingen, wo die von Heppenberg und Walderdorf 1492 Güter an die Kirche in Marienberg verkaufen, Stockum (Stockhain), wo die von Sottenbach 1447 eine Gülte verkaufen, Bellingen, das neuere Hintermühlen, Püschen, Hinterkirchen und Hölzenhausen, dessen Gemarkung Graf Johann Ludwig von Nassau-Hadamar 1644 und 1650 an sich kaufte und das Dorf in einen Hof verwandelte. 1691 wurde unter dem Fürsten Franz Bernhard durch Verkauf der Hof wieder zu einem Dorfe. Die drei letzten Orte sind erst 1816 vom Kirchspiele Hoen hierher, wohin sie auch immer schon ihre Todten begruben, gekommen. Ausgegangen sind Niederbellingen, Molhusen und Sottenbach, das 1314 und 1363, und wo das adelige Geschlecht von Sottenbach von 1370 bis 1470 vorkommt21). Die Dörfer Büdingen, Enspel und Stockum gehörten zum Kirchspiele Marienberg. Graf Johann Ludwig von Nassau-Hadamar trennte sie 1626 von da und verwieß sie nach Rotzenhan.

Hoen, katholisches Pfarrdorf. Schon um 930 kommt es unter dem Namen Hana als Eigenthum des Herzogs Hermann von Allemannien vor, der es damals mit der Kirche in Humbach an das Kloster der heiligen Marie, das Florinstift, in Coblenz schenkte22). Dieses übte seit dem alle Rechte des Archidiacons hier aus, und zog den Zehnten und den Sendhafer, welches beide letztere es um 1610 an den Grafen Georg von Nassau-Dillenburg verkaufte. 1114 wird es die Provinz Hana genannt, worin ein Lehnsmann des Grafen Ulrich einen verwüstenden Einfall thut23). 1351 kommen die freien Leute von Hene vor, welches Vogtleute waren. Der größere Theil der Bevölkerung aber bestand aus Saynischen und Westerburgischen Leibeigenen, welche Nassau 1588 an sich kaufte und tauschte. Seine Kirche und der Sitz der Pfarrei zu Schöneberg (Scheenberg) waren 1100 schon vorhanden24), und wurden 1462 mit mehreren Dörfern von den Katzenellenbogern in einer Fehde mit Sayn verbrannt. Den Kirchensatz hatte das Kloster Oberwerben im Waldeckischen neben anderen Besitzungen hier und einem Hubengerichte, woran 14 Schöffen saßen. Die Vogtei darüber war 1209 vom Grafen Volkwin von Waldeck an Runkel verpfändet worden. Nachdem dieses Kloster aufgehoben, verkaufte Waldeck all dessen Rechte und Besitzungen hier 1560 an Marienstatt, welches letztere bis 1752 im Besitze des Kirchensatzes blieb, wo die Pfarrei an die Franziskaner in Hadamar kam. Hierher sind eingepfarrt die Dörfer Urdorf, Oellingen (Vollingen), Kackenberg (Kalezberg), wo dem Stifte Gemünden 879 zwei Bauerngüter angewiesen werden, Ailertchen (Eylhartengen), Dreisbach und Hahn (zum Haen), wo Sayn 1526 und 1563 den Zehnten hatte den es von Elise von Bell erworben.

 

 

1) Christian Daniel Vogel (geb. 20. Januar 1789 in Neuhütte; gest. 29. Juli 1852 in Kirberg) war ein deutscher Historiker, Topograf und Pfarrer im Herzogtum Nassau.
2) Staats-und Adreßhandbuch 1843, S. 83
3) Die geistlichen Aufgaben wurden den sogenannten Chorbischöfen übertragen, zur Verwaltung und zur geistlichen Gerichtsbarkeit ernannten sie besondere Stellvertreter, die Archidiakone. Trierische Teile diesseits dr Rheins waren dem 1217 zuerst genannten Archidiakonat Dietkirchen untergeordnet, das die Dekanate oder Rural- oder Landkapitel von Marienfels für den Einrichgau, von Engers für den Engersgau, von Haiger für den Haigergau und von Dietkirchen, Kirberg, Wetzlar für den Niederlahn- und Erdehegau unter sich hatte. Dieses Archidiakonat, oft das goldene genannt, umfasste also in sechs Landkapiteln alle rechtsrheinischen Gebiete der Erzdiözese Trier.
4) Oben, S. 208
5) Kremer, Origg. Nass. II. 121
6) Dillenburgische Intelligenznachrichten 1788, S. 417 u. ff.
7) Der Galgenberg (645m) und der Saalberg (653m) bilden zusammen den Salzburger Kopf, die dritthöchste Erhebung im Westerwald
8) Arnoldi, Gesch. d. Oran. Nass. Länder I. 81. 147. 186
9) a.a.O. 66. 142. 153. III. b. 176. 202
10) Gudeni Cod. diplom. III. 1167
11) Arnoldi, Miscellaneen S. 435
12) Die Gült entwickelte sich im Spätmittelalter. Der Gläubiger kaufte von einem Grundstückinhaber eine Rente, für die ausschließlich mit dem belasteten Grundstück, nicht aber mit anderweitigem Privatvermögen gehaftet wurde. In der Regel konnte eine Gült nur vom Schuldner gekündigt werden (durch Rückzahlung des ursprünglichen Kaufbetrags). Man spricht von einer sogenannten ewigen Gült. Die Gült selbst konnte aber verkauft und vererbt werden. Da dies nicht als Darlehen angesehen wurde, konnte so das kirchliche Zinsverbot umgangen werden. Beidseitige, ablösbare Gülten kamen später auch in Gebrauch, mit notwendigerweise entsprechend langen Kündigungsfristen. In Deutschland kamen sie außer Gebrauch und wurden von der Hypothek abgelöst.
13) a. a. O. S. 311
14) a. a. O. S. 204
15) a. a. O. S. 312
16) Arnoldi, Gesch. d. Oran. Nass. Länder I. 147. 149
17) Ludewig Reliquiae Manuscriptor. inedit. X. 200, wo die Urkunde
18) Arnoldi, a. a. O. I. 152. 168. 182
16) Arnoldi, a. a. O. II. 73. I. 212 II. 91
19) II. 14. III. b. 17–20. Grimm's Weisthümer I. 636. Lben
20) Arnoldi Miscellaneen S. 420
21) Vogel's Archiv d. Rass. Kirch. u. Gel. Gesch. I. 75
22) Oben S. 205
23) Geschichte der Kirche und Pfarrei Hoen von C. D. Vogel in den Annalen des Vereins für Rass. Alterthumskunde I. 99–110
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