Geschichte(n) aus Berlin

 

 

 

Heinrich Steup wurde am 13. September 1876 in Northeim (Hessen) geboren und starb am 9. April 1934 in Berlin. Er studierte Rechtswissenschaften und war anschließend viele Jahre Leiter des Sekretariates der Depositenkasse der Commerz- und Privatbank in Berlin. Er leitete etwa ein Jahr lang die dem Reichsfinanzministerium unterstellte Postüberwachungsstelle und gründete dann zusammen mit Otto Bernhard die "Steup- und Bernhard-Verlagsgesellschaft mbH, Berlin". Er war längere Zeit in der amtlichen Devisenbeschaffungsstelle GmbH, Berlin, tätig, die den Devisenbedarf für die Reichsstellen beschaffte.

Lilli Steup, geb. Rosenthal wurde am 18 Januar 1906 als Tochter von Martin Rosenthal und seiner Ehefrau in Berlin geboren. Ihre ältere Schwester Grete wurde 1899 geboren, Leo Emanuel war ihr jüngerer Bruder.

Um 1930 heiratet sie Louis Emil Steup der am 31 Jan 1906 in Frankfurt als Sohn des Postsekretärs Karl Steup und seiner zweiten Ehefrau Mathilde, geb. Schneider geboren wurde. Louis Emil absolvierte die Liebig-Oberrealschule in Frankfurt a. M., an der er Ostern 1924 die Reifeprüfung bestand. Er war ein begabter Schüler und ausgezeichneter Mathematiker.
Anschließend studierte er Philologie an der Universität Frankfurt a. M., um Studienrat zu werden, gab aber nach zwei Jahren wegen der schlechten und trostlosen Berufsaussichten in diesem Fach (Numerus Clausus) und der Pensionierung seines Vaters das Studium auf und fand als guter Mathematiker Beschäftigung bei einer Frankfurter Lebensversicherungs-Gesellschaft.
1929 wurde er von der großen Versicherungsgesellschaft "Allianz" in Berlin wegen seiner hervorragenden mathematischen Fähigkeiten übernommen und fest angestellt.

Günter Steup wurde am 3.1.1928 in Neukölln geboren, wohnhaft in Berlin-Schöneweide, von Beruf Feinmechaniker,  tätig  bei  der  AEG  in  Niederschöneweide,  zudem  HJ-Geschäftsstellenführer.

Er wurde am 31.5.1945 in Berlin in seiner Wohnung verhaftet und am 20.7.1945 aufgrund Art. 58-8, 58-9 und 58-11 [1] des Strafgesetzbuches der RSFSR [2] vom SMT [3] der 60. Garde-Schützendivision in Döberitz zum Tode durch Erschießen verurteilt.

Vorwurf:

Terror, Diversion und Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation, die Gruppe gründete Ende Februar/Anfang März 1945 eine Organisation Werwolf mit dem Ziel sich gegenüber der Roten Armee loyal verhaltende Deutsche zu töten, sie tauchten vom 22. bis zum 28.4.1945 in die Illegalität ab, um Waffen und Munition für spätere terroristische Anschlage zu verstecken, verließen jedoch das Versteck wieder und ließen Munition und Waffen zurück.

Das Urteil wurde am 13.8.1945 zwölf Kilometer südöstlich vom Olympischen Dorf vollstreckt. Er wurde zusammen mit Konrad Drews, Dietrich Pagel, Harry Prestel, Horst Ritzkowski und Günter Ziegenhagen verurteilt und hingerichtet.

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