Marlene Steup wurde am 25 September 1910 in Remscheid geboren, als Tochter von Ludwig Steup und seiner Ehefrau Paula, geb. Kirschner. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Remscheid und bekam 1931-1934 ihre künstlerische Ausbildung an der "Barmer Kunstgewerbeschule" in Wuppertal. Sie erhielt ein Staatsstipendium sowie Unterstützung und Förderung durch die Stadt Remscheid. Danach arbeitete sie als Modedesignerin für große Unternehmen.

Am 25. Juli 1940 heiratete sie in Neckarzimmern den Offizier Weiprecht von Gemmingen, mit dem sie zunächst in Gundelsheim wohnte, bevor die Familie 1946 das von der Gemmingenschen Burg Maienfels im Jahre 1811 gegründete Forsthaus in der Gemeinde Kreuzle bezog. 

Burg Maienfels war lange unbewohnt und wurde erst nach einer Sanierung im Jahr 1930 von Weiprechts Bruder Hans Dieter von Gemmingen und seiner Frau Martha wieder bewohnt. Martha lebte bis an ihr Lebensende auf der Burg und wurde ebenfalls dort bestattet. Nach Marthas Tod kam Burg Maienfels an ihren Schwager Weiprecht von Gemmingen. Seit 1985 ist dessen Sohn Udo von Gemmingen Burgherr auf Maienfels. 1997 gründete er die Stiftung Burg Maienfels zum Erhalt des Bauwerks. Seitdem wurden die staufische Burgmauer und der Fachwerkturm restauriert, verschiedene Gebäude neu eingedeckt und Vorburg sowie Marstall neu hergerichtet. Im Innenhof der Burg finden seitdem gelegentlich Konzerte statt, der Marstall bietet die Kulisse für Hochzeitsfeiern. Die Burg wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats November 2007 ernannt. Udo von Gemmingen erhielt 2011 anlässlich seines 70. Geburtstags die Ehrenmedaille der Gemeinde Wüstenrot.

Marlene entsagte ab den 1960er Jahren ihren bisherigen Verpflichtungen und wandte sich der freien Kunst zu, wobei sie insbesondere von der "Art brut"1) inspiriert war. Förderer fand sie mit dem Ehepaar Franz und Brita zu Knyphausen auf Schloss Remseck bei Neckarrems, die zuvor bereits Lothar Schall gefördert hatten und die ihr 1969 eine erste Einzelausstellung auf Schloss Remseck ermöglichten.

Die Ehe mit Weiprecht von Gemmingen wurde 1970 in Heilbronn geschieden. Marlene von Gemmingen zog nach München, wo sie bis ins hohe Alter als freie Künstlerin und Aquarellmalerin tätig war. Erste Ausstellungen hatte sie in Heilbronn, Stuttgart, Waldenburg, Öhringen, Remseck und später in New York, 1969 Goldmedaille Brüssel, 1969 Bronzemedaille Nizza, München, Berlin.

1992 hat sie eine Autobiografie verfasst: "ich male - ich lebe - also bin ich /  Mein zweites Leben! Ich begann, wieder zu malen"

 

1) Die Art brut ist ein Sammelbegriff für autodidaktische Kunst von Laien, Kindern, Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen Behinderung und gesellschaftlichen Außenseitern, etwa Insassen von Gefängnissen, aber auch gesellschaftlich Unangepassten.
2) Lothar Schall (1924-1996) war ein deutscher Maler.