Geschichte(n) aus Niedersachsen

 

 

 

 

Elisabeth (Else) Steup wurde am 14.September 1881 in Northeim, Niedersachsen als Tochter des Rudolf Ernst Steup und seiner Frau Bertha geb. Bartels geboren. Sie war Erzieherin in England und Frankreich, widmete sich später dem redaktionellen Beruf und der Schriftstellerei, um während des ersten Weltkrieges als Redakteurin bei der "Leipziger Illustrierten Zeitung" tätig zu sein. Sie war die Stiefschwester von Louise Steup, siehe "1874-1943 Louise, in Deutsch-Südwest"

Rudolf Ernst Steup wurde am 10. Mai 1889 in Northeim geboren, als Sohn des Rudolf Ernst Steup sen. und seiner Ehefrau Bertha Elise Amalie, geb. Bartels.

Rudolf Ernst gehörte seit 14. Februar 1906 als aktiver Leutnant dem Infanterie-Regiment von Stülpnagel Nr. 48 in Küstrin an, nahm 1914 als Bataillons-Adjutant des I. Bat., Res.-Inf.-Regts. 48, am 1. Weltkrieg in Belgien teil, tat sich dort besonders hervor und wurde bald mit dem EK II. ausgezeichnet. Zum Oberleutnant befördert, kam er nach Rußland und wurde am 7. Februar 1915 zum Regiments-Adjutant des Res.-Inf.-Regts. Nr. 48 ernannt, als welcher er einige Zeit nachher das EK I. für hervorragende Leistungen im Kriegsdienst erhielt. Am 12. Juni 1915, nachmittags 2 Uhr, wurde er auf der Gefechtsstelle des Regiments bei Zakrzew (an der Sucha) durch Schrapnellschuß am Kopf tödlich verwundet. Man brachte ihn bewußtlos in das Lazarett nach Lowicz, wo er am 15. Juni 1915 an seiner Verwundung starb. Am 17. Juni, nachmittags, wurde er auf dem dortigen Friedhof beerdigt.
Sein Regiments-Kommandeur widmete ihm folgenden Nachruf:

Erich Christian Paul Steup wurde am 12. Juni 1893 in Göttingen geboren, als Sohn des Universitätssekretärs Wilhelm Steup und seiner Ehefrau Johanna, geb. Mergel. Nach Erlangung der Reife für Obersekunda trat er in das Bankgeschäft Klettwig & Reibstein in Göttingen ein, in dem er bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges beschäftigt war.

Die Kriegsbegeisterung riß auch ihn aus seiner beruflichen Tätigkeit heraus, und er trat am 4. August 1914 dem Infanterie Regiment 82 in Göttingen als Kriegsfreiwilliger in den Heeresdienst ein. Mit dem neugebildeten Reserve Infanterie Regiment 234 rückte er in den ersten Tagen des Oktober 1914 ins Feld, und nach Flandern (nördl. Region in Belgien) aus. Am 20. Februar 1915 wurde er beim hinaustragen eines schwerverwundeten Göttinger Kameraden aus dem Schützengraben durch einen Hüftschuß in die linke Flanke selbst schwer verwundet. Für bewiesene Tapferkeit überreichte ihm sein Bataillonsführer am 26. Februar 1915 das EK II im Feldlazarett.

Nach seiner Wiederherstellung im September 1915 wurde er dem Infanterie Regiment 32 zugeteilt, mit welchem er sich am Feldzug in Serbien beteiligte. Dort durch Granateinschlag in seiner unmittelbaren Nähe abermals verwundet, kam er erneut ins Lazarett. Von Mitte Februar 1916 bis Mitte Juni 1916 nahm er an einem Offizierslehrgang im Sennelager bei Paderborn teil. Darauf machte er beim Infanterie-Regiment-96 die Kämpfe um die "Höhe 304" und "Toter Mann"1) vor Verdun mit.

Lieselotte Emma Ottilie Steup wird am 13. November 1918 in Wiesbaden geboren, als Tochter unseres ersten Chronisten Emil Steup und seiner Ehefrau Helene, geb. Brambach. Ostern 1925 wurde sie in die Volksschule in Wiesbaden aufgenommen. Sie lernte leicht und war stets eine eifrige und frohgemute Schülerin. Mit Beginn des Schuljahres 1929 trat sie in das Städtische Oberlyzeum am Boseplatz zu Wiesbaden ein, das sie glatt durchlief und im Frühjahr 1938 mit gut bestandener Reifeprüfung verließ. Am 19. März 1933 wurde sie in der Lutherkirche zu Wiesbaden konfirmiert.

Seit 29. April 1939 ist sie mit dem Forstmeister Hellmuth Strube in Oldenburg verheiratet. Er ist der Sohn des Professors Adolf Strube und seiner Ehefrau Emma, geb. Kleiss zu Jever in Oldenburg.

Über Vater Strube schrieb "Die alte Schulglocke" - Mitteilungsblatt des Vereins ehemaliger Schüler des Marien-Gymnasiums zu Jever - Ende März 1952 in Nr. 3 ihrer Ausgabe zu seinem 80. Geburtstag:

"Professor Strube 80 Jahre.

Am 10. März konnte Professor Strube in bewundernswürdiger geistiger wie körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Der Verein der ,Ehemaligen' sowie weite Kreise der Stadt Jever waren Prof. Strube an seinem Ehrentage nahe mit vielen Wünschen und guten Gedanken.

Professor Strube wurde am 10. März 1872 in Wesel geboren, besuchte das Gymnasium in Kempen a. Rh,, wo er Ostern 1892 die Reifeprüfung bestand. Er studierte Philologie und Theologie an den Hochschulen Halle und Bonn. 1896 und 1898 legte er beide theologischen Prüfungen ab. Das Oberlehrer-Examen bestand er in Bonn. In den Jahren 1896 bis 1901 war er Synodalvikar der Synode Coblenz in St. Goar, Hauslehrer in Mülheim a. Rh. und Privatschulleiter in Ostfriesland. Nach seiner unterrichtlichen Tätigkeit an Gymnasien in Barmen und Elberfeld wurde er 1903 an das Mariengymnansium Jever berufen. Hier hat Prof. Strube fast 30 Jahre segensreich wirken dürfen. Unvergessen bei zahllosen ,Ehemaligen' sind Prof. Strubes hervorragende Reden und Montagsandachten in der Aula des Gymnasiums.

Als Präses des Getreuenvereins, als Ehrenmitglied des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins und gleichfalls als solches des Stahlhelms, dessen eifriger Förderer er früher war, sowie als Jäger und Heger hat Prof. Strube sich auch außerhalb der Schule bleibende Verdienste erworben und sich in allen Lebenslagen immer als echt deutscher Mann gezeigt.

Der Vorstand des Vereins der ,Ehemaligen' sprach dem verehrten rüstigen Professor am 10. März seine herzlichsten Glückwünsche aus und dankte ihm für die Zeichen der Verbundenheit mit dem Verein."

Das Glück der jungen Eheleute Strube/Steup sollte aber nicht lange dauern. Hellmuth wurde zu Beginn des zweiten Weltkrieges im September 1939 zum Kriegsdienst eingezogen und hat den Feldzug gegen Frankreich mitgemacht. Im November 1940 aus dem Kriegsdienst wieder entlassen, nahm er seine Forsttätigkeit wieder auf, wurde aber im Januar 1942 erneut zum Kriegsdienst einberufen und lag lange Zeit vor Leningrad in Stellung. Später wurde seine Truppe bei Stalingrad eingesetzt, wo er Ende Dezember 1942 verwundet wurde. Nach seiner Wiederherstellung kam er kurze Zeit zum Einsatz in der Normandie in Frankreich, um dann an der dalmatinischen Küste Verwendung zu finden. Zuletzt kämpfte er als Feldwebel in Kroatien. Er ist im Besitz der Sudeten-Medaille, des Infanterie-Sturmabzeichens, der Ost-Medaille sowie der Verwundetenabzeichen in Schwarz und Silber und des EK II. Von schöner Gestalt, hat er eine Größe von 1,87 m. Er ist ein pflichtbewusster und verständiger Beamter, der ganz in seiner forstlichen Berufstätigkeit aufgeht. In seinem Naturell schweigsam und zurückhaltend, ist er doch, wenn auch wortkarg, von guter Gemütsart und eine recht denkende und gerecht handelnde Persönlichkeit, die kurz und bündig ist, Umschweife nicht liebt und für alles Getue wenig Verständnis hat. Kurz gefasst ist er bei nüchterner Veranlagung ein aufrechter und gerader Mann von uneigennütziger Gesinnung und vornehmer Denk- und Lebensart, dem es nicht liegt, viel Aufhebens von seiner Person und seinem Wirken und Schaffen zu machen. Dabei ist er ein treuer Lebenskamerad und ein gutmütiger Haus- und Familienvater, der mitunter auch laut und aufwallend sein kann. Nicht minder ist er für den geliebten Wald und das edle Waidwerk begeistert, wozu ihn der nachfolgende Zuruf noch günstig beeinflussen und ihm, der ein guter Schütze ist, auch Ansporn zu weiterer freudiger Arbeit in seinem schönen Beruf als Forst- und Jägersmann sein möge:

"Es lebe, was stolzieret, Allhier in grüner Tracht, Die Wälder und die Felder, Die Jäger und die Jagd."

War nach bestandenem Abitur am Gymnasium in Jever Korpsstudent und gehörte als solcher der Forstlichen Hochschule in Tharandt in Sachsen (1930-1935) dem Korps "Hercynia" im Cösener Verband an. An der genannten Hochschule legte er 1935 mit gutem Erfolg die Prüfung als Forstreferendar ab. Als solcher weilte er später zur weiteren Ausbildung auch drei Monate an der Regierung in Wiesbaden. Während dieser Zeit lernte er gelegentlich einer geselligen Zusammenkunft des gesamten Personals der Regierung im Februar 1937 seine spätere Ehegattin kennen. Die Prüfung als Forstassessor bestand er im November 1938 in Berlin und verlobte sich unmittelbar darauf (19.11.) mit der Tochter des Verfassers. Seine Ernennung zum Forstassessor erfolgte durch Urkunde des Reichsforstmeisters zu Berlin vom 13.10.1939. Zum Forstmeister wurde er mit Wirkung vom 10.06.1943 ab ernannt und ihm am 1.4.1947 das Forstamt Oldenburg, das er bisher kommissarisch verwaltet hatte, endgültig übertragen.

Lieselotte besitzt gute Geistesanlagen und eine rasche und leichte Auffassungsgabe. Sie ist gewandt im Umgang mit anderen Personen, die gern ihre Gesellschaft suchen und mit ihr durch ihr gleichbleibendes, freundliches und zuvorkommendes Wesen Verkehr pflegen. Dabei ist sie geschickt in der Verrichtung aller ihr als Frau und Mutter obliegenden Arbeiten, äußerst fleißig und strebsam und erfüllt die ihr in ihrem Aufgabenkreis zufallenden Pflichten gewissenhaft und mit großer Sorgfalt. Ihren Haushalt, in dem sie emsig tätig ist, hält sie in bester Ordnung und widmet sich mit Liebe, Lust und Freude der Betreuung ihrer Familie, der gegenüber sie eifrig bestrebt ist, ihr im eigenen Heim eine gemütliche Wohn- und behagliche Ruhestätte zu schaffen und zu erhalten.

Der Ehe entspross am 14. September 1941 die Tochter Bärbel und am 3. Juli 1948 wurde ihnen die zweite Tochter Gisela geboren.

Vorher, im März 1946, mussten sie von einem auf den anderen Tag ihre schön eingerichtete Wohnung am Schloßgarten 41 in Oldenburg verlassen, weil sie mit dem gesamten Hausrat von den Engländern beschlagnahmt worden war. Infolgedessen ließen sie sich in den Jahren 1947/48 ein Eigenheim (Forsthaus) in Bloh bei Oldenburg erbauen, das sie am 18.10.1948 endlich beziehen konnten. In der Zwischenzeit hatten sie in Oldenburg-Eversten, Kleiststraße 1, gegenüber dem Everstenholz, eine notdürftige Wohnung gefunden.

Ihre Tochter Bärbel geht seit Ostern 1948 zur Schule. Sie ist eine fleißige und zielstrebige Schülerin, die gewissenhaft und sorgfältig ihre Schularbeiten erledigt. In ihrem Wesen hurtig und geschwind wie der Wirbelwind, ist sie nicht aus der Art geschlagen und verkörpert das hastige Temperament der Steupiden. Anfang März 1952 bestand sie die Aufnahmeprüfung für das Oberlyzeum in Oldenburg, das sie ab Ostern 1952 besucht.

Lieselotte stirbt am 17. Oktober 2013  und ist auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg begraben.