Nur zum Wissen

 Über die Westerwälder, ihre Tätigkeiten zum Broterwerb und alles andere nur so zum Wissen...

 

 

Als Weisthum wird eine historische Rechtsquelle bezeichnet, die in der Regel mündlich überliefert oder nach Verhandlungen protokolliert wurde. Grimm führt den Begriff zurück auf „kollektive Aussage rechtskundiger Männer über das bestehende Recht“, wobei hier in erster Linie der Vorgang der unmittelbaren Rechtsfindung gemeint ist und nicht die geschriebene Form. Vor Aufzeichnung der Weistümer wurden die mündlich überlieferten Rechtssätze dadurch lebendig und in Erinnerung gehalten, dass an festen jährlichen Thing- oder später Gerichtstagen die Gesetzessprecher bzw. Richter diese der Versammlung der Einwohner auswendig vortrugen.

Die Eingangsformel für die Rechtssätze lautete z.B.: ...wist der scheffen... oder ...so wisent si... dieses oder jenes Recht. Das waren z. B. das Recht des Grundherrn, eine bestimmte Abgabe von den Gemeindemitgliedern zu erhalten, einschließlich Bestimmungen über die Art und Weise der Leistungserbringung. Daher wurden die Richter auch als Wisende oder Weisende bezeichnet, also als das Recht weisende, nicht wissende.

Die Zeit vor 1559

Von Hexenprozessen, welche in den deutschen Gebieten der Otto'schen Linie der Grafen von Nassau in der Zeit vor der Regierung des Grafen Johann VI. oder älteren zu Dillenburg (1559) vorgekommen, finden sich nur wenige Nachrichten vor. In den Dillenburg'schen Intelligenznachrichten des Jahres 1788 ist aus einer dillenburgischen Rechnung vom Jahre 1458 die Nachricht aufgenommen: „als der Scharpfrichter hie gewest ist und Zaubersche verhört und eine verbrannt hat", und in Arnoldis Geschichte der Oranien-Nassauischen Länder und ihrer Regenten, welche sich nur bis zum Tode des Grafen Wilhelm des Reichen zu Dillenburg erstreckt, ist (Band III, Abt. 2, pag. 78) erwähnt, dass im Jahre 1458 zwei Zauberinnen zu Dillenburg eingezogen und eine derselben gefoltert, die andere verbrannt, und dass im Jahre 1522 zu Ginsberg drei Zauberinnen gleichzeitig verbrannt worden. In einer im Rheinischen Kurier vom 15. September 1880 enthaltenen Mitteilung wird das im Jahre 1458 zu Dillenburg erfolgte Verbrennen einer Hexe als einer der ältesten Fälle jener Art bezeichnet, und es scheint dies auf den ersten der bereits erwähnten Fälle sich zu beziehen.

Der Westerwald in einem Gedicht

Das „Herzoglich Nassauische Allgemeine Intelligenz-Blatt", das seit 1808 herausgegeben wurde, diente zur Veröffentlichung der amtlichen Bekanntmachungen und Verordnungen und enthielt keinerlei redaktionelle Nachrichten oder private Anzeigen. Da das Intelligenz-Blatt von vielen Gemeinden nicht gehalten wurde, hatte die Umständlichkeit und Kostspieligkeit der offiziellen Publikation landesherrlicher Verordnungen und Regierungsvorfügungen, die in Einzeldrucken von der Regierung den Amtern mitgeteilt wurden, um von diesen wieder den Gemeinden bekannt gemacht zu werden, die gleiche bleiben müssen. Hierin Wandel zu schaffen und dem Intelligenz-Blatt zur Erfüllung aller gemeinnützigen Aufgaben, welche man sich davon versprochen hatte, zu verhelfen, das war das Ziel des 1779 an die Spitze der Regierung berufenen Präsidenten "von Preuschen".

 

Mineralogische

Beschreibung

der

Oranien-Nassauischen Lande

nebst einer

Geschichte

des

Siegenschen Hütten- und Hammerwesens
Von

Johann Philipp Becher

Fürst. Oran. Nassauischem Bergseeretär, und Ehrenmitgliede
der Gesellschaft Naturforschender Freunde in Berlin.

Ende 1897 verfasst der Marienberger Pfarrer W. Heyn in den "Mitteilungen des Vereins für Nassauische Altertumskunde an seine Mitglieder" einen Beitrag über den Notstand des Westerwaldes im 19. Jahrhundert.

Wer heute noch vom armen Westerwald redet, kennt den Westerwald nicht. Seine Verhältnisse haben sich in den letzten 20 Jahren völlig umgestaltet. Den Westerwäldern geht es heute vortrefflich. Der Fortschritt in jeder Beziehung ist oben auf den Bergen eingezogen.

Schon einmal hat der Westerwald seine gute, alte Zeit gehabt. Das schließt freilich ein, dass es auf dem Westerwald auch einmal nicht gut ausgesehen hat. In der Tat, die Westerwälder Geschichte weiß von einem großen Notstand zu reden, der merkwürdigerweise gerade da seinen Anfang nahm, als vor hundert Jahren etwa die elende deutsche Kleinstaaterei zu Ende war und eine Zeit anbrach, in der sich in den deutschen Landen der Wohlstand, wenn auch langsam, so doch unausgesetzt mehrte.

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