Die Ursprünge der Familie

Der erste Träger des Namens Steup in der Namensform Stip erscheint urkundlich in einem zeitlich unbestimmten, etwa um 1440-1470 aufgestellten Verzeichnis der freien Vogtleute von der Herrschaft zum Westerwald.

Er wird darin als Stips Hentze ohne Angabe des Wohnortes mit einem Viehbestande von 4 Coi und 1 Phart erwähnt.

 

Wappen Steup BW GROSS

Das Wappen der Familie ist im Bürgerlichen Wappenbuch von Johan Siebmacher (Ausgabe 1916,  Tafel 78) abgedruckt.

Die Beschreibung befindet sich auf Seite 69 und lautet:
 
"Steup, alte Nassauische Familie, Adam und Martin Steip, 1561 in Pfuhl bei Marienberg (Westerwald).
Nach der Überlieferung soll die Familie aus dem Niederland stammen."
 
Wappen: geteilt, oben in Rot ein laufender silberner Stöberhund (redend!), unten in Silber zwei Pfähle
Helm: wachsender silberner Hund
Decken: s.r. (Dr.Kn.)
 

Siehe auch Hessisches Staatarchiv, Darmstadt

 

Zu den Ahnen der Familie Steup gehören u.a. Mitglieder der Sippen Kölsch, Lupp, Pfeiffer (Pyffer), Schorn, Türk, Weyel (Wigel, Weigel, Weygel, Weyl, Weil) oder Zeiler. Sie treten schon früh in der Herrschaft zum Westerwald auf und werden urkundlich als Gerichtsschöffen in dem einen oder anderen der Weistümer des Landgerichts (Zentgericht) Emmerichenhain vom 5. Oktober 1435 sowie vom 7. Dezember 1456 und 18. Juni 1557 genannt.

Die Weistümer gewähren einen tiefen Einblick in die Rechtsgewohnheiten und den Gang der Gerichtsverhandlungen jener Zeit und zeigen zugleich, wie und nach welchen Grundsätzen und Richtlinien sich die alten Westerwälder ihr Recht selber sprachen. Recht war, was in der Rechtsüberzeugimg des Volkes lebte und was die Vorfahren und Altväter auf ihre Söhne und Nachkommen gebracht hatten; es konnte nicht befohlen, aufgelegt oder gemacht werden.

Unser Name, welcher ursprünglich in der Form Stip auftritt, wird später Steip, Steib und Steub geschrieben und erscheint seit 1645 fast ausschließlich in der Namensform Steup [Steupp1)]. Die veränderte Schreibweise lag meist in dem Belieben und Gutdünken der Landschreiber oder der herrschaftlichen Beamten, welche die Schreibarbeit besorgten, mag aber auch in der Mundart ihren Grund gehabt haben, da man schrieb, wie man sprach.

Der Verfasser dachte dabei immer an stäupen und steupen (hauen und schlagen) und nahm an, daß die Altvordern bei Vollstreckung der Gerichtsurteile, die vielfach in körperlichen Züchtigungen bestanden, als Organe des Gerichts mitgewirkt hätten. Die Annahme läßt sich aber nicht begründen, weil jede beweisfähige Unterlage dafür fehlt, daß Vorfahren als Gerichtsknechte die vom Gericht zuerkannten Staupenschläge, d. h. die Schläge an der Staupe, an dem Pfahl, an den die zu Strafenden gebunden wurden, erteilt haben.

Peter Jung, ein Ahnenforscher aus Bad Ems hat auf seiner Homepage eine sehr ausführliche Untersuchung veröffentlicht, die sich mit den Ursprüngen der Familie Steup beschäftigt.
Mit freundlicher Genehmigung sind seine Erkenntnisse im Folgenden dargestellt:

 

Vorwort von Peter Jung

Seit mehr als 40 Jahren widme ich mich der Erforschung meiner Westerwälder Vorfahren. Schon als Student erwarb ich 1968 vom damaligen Leiter des Hauptsaatsarchives in Wiesbaden ein Exemplar der von Emil Steup herausgegeben Familiengeschichte “Meine Ahnen und die alten Westerwälder Familien“. Als Einsteiger war ich tief beeindruckt von den fundierten und so weit zurück reichenden Untersuchungsergebnissen, zumal ich viel von Emil Steups Mitteilungen aufgreifen und an seine Genealogie anknüpfen konnte. Trotz der zahlenmäßig relativ wenigen „Sippen“ auf dem Hohen Westerwald und deren zahlreichen Verknüpfungen untereinander zählen die Steups nicht zu meinen eigenen Vorfahren, jedoch habe ich sie nie „aus den Augen verloren“.

Bis zum Beginn der Reformation, durch den Anschlag der 95 Thesen an die Schloßkirche in Wittenberg durch Martin Luther, war der Westerwald natürlich katholisch. Bereits 1518, also ein Jahr nach dem Anschlag der Thesen, untersagte der Landesherr Graf Wilhelm der Reiche von Nassau-Dillenburg den Ablaßhandel. Im Jahr 1530 führte er nach dem Beschluß des Augsburger Reichstags die Reformation ein. Allerdings fand der Wandel nur lansam statt, die alten Kirchenorganisationen und Pfarrer blieben im Amt und wurden erst nach und nach von den Städten ausgehend ersetzt.

Die evangelischen Landeskirchen haben ihre Normen von grundlegender Bedeutung in Verfassungsurkunden (Kirchenordnung) erlassen. Anders als die römisch-katholische Kirche sind die evangelischen Kirchen keine Weltkirchen. Auch ist der hierarchische Aufbau nicht in gleicher Weise vorhanden „Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern haben Teil an dem der ganzen Gemeinde anvertrauten Dienst“. Wegen der reformatorischen Idee des allgemeinen Priestertums aller Gläubigen ist eine Unterscheidung nach Priestern und Laien unbekannt „Aufgrund der Taufe ist jeder Christ zu Zeugnis und Dienst in der Gemeinde und in der Welt bevollmächtigt und verpflichtet." Folglich bestehen umfangreiche Mitwirkungsrechte der Mitglieder.

In Deutschland gibt es ca. 270 Telefonbucheinträge zum Namen Steup und damit ca. 720 Personen mit diesem Namen.
Diese leben in 84 Städten und Landkreisen. Die meisten Anschlüsse sind in Westerwaldkreis gemeldet, nämlich 73.
Weitere Kreise/Städte mit besonders vielen Namensträgern sind Märkischer Kreis (12), Berlin (10), Altenkirchen (8), Köln (7), Siegen-Wittgenstein (7), Gießen (6), Wuppertal (5), Frankfurt am Main (5) sowie Uckermark mit 5 Einträgen.

Ulrich Steup kommt in Deutschland am häufigsten vor. Annette sowie Rolf sind die nächsten oft gefundenen Vornamen, gefolgt von Dieter, Susanne, Karl, Otto, Peter, Siegfried sowie Marion.