Nur zum Wissen

 Über die Westerwälder, ihre Tätigkeiten zum Broterwerb und alles andere zum Wissen...

 

 

Als Weisthum wird eine historische Rechtsquelle bezeichnet, die in der Regel mündlich überliefert oder nach Verhandlungen protokolliert wurde. Grimm führt den Begriff zurück auf „kollektive Aussage rechtskundiger Männer über das bestehende Recht“, wobei hier in erster Linie der Vorgang der unmittelbaren Rechtsfindung gemeint ist und nicht die geschriebene Form. Vor Aufzeichnung der Weistümer wurden die mündlich überlieferten Rechtssätze dadurch lebendig und in Erinnerung gehalten, dass an festen jährlichen Thing- oder später Gerichtstagen die Gesetzessprecher bzw. Richter diese der Versammlung der Einwohner auswendig vortrugen.

Die Eingangsformel für die Rechtssätze lautete z.B.: ...wist der scheffen... oder ...so wisent si... dieses oder jenes Recht. Das waren z. B. das Recht des Grundherrn, eine bestimmte Abgabe von den Gemeindemitgliedern zu erhalten, einschließlich Bestimmungen über die Art und Weise der Leistungserbringung. Daher wurden die Richter auch als Wisende oder Weisende bezeichnet, also als das Recht weisende, nicht wissende.

 

Weisthum zum Westerwald von 1495

Uf mantag nach corporis Christi ist der herren gericht durch den zingraven[0] u. die gemeinen scheffen zu Westerwald gehalten, und minem gn. herrn gewist zu Emmergenhain anno XCV wie hier nachvolgt.

  1. Item zom ersten angestalt, ob ein gerücht ader viband geschrei ins land queme, wie lange der man sinem gn. herrn uf ein eigen kosten volgen solle?
    1. Wist der scheffen, von ußgange biss zu undergange der sonnen, und lenger uf sinen kosten nit.
  2. item zom andern male angestalt, ob sach wer, das sich die eigen u. voigthant undertast?
    1. Wist der scheffen, solt der mutter nachvolge geschehen.
  3. Item zom dritten mal angestalt, wie dicke einer minem gnedigen hern uf sin hus dienen solle?
    1. Wist der scheffen, im jar eins broit und eins win.
  4. Item zom vierten mal angestalt, wer sich waßer und weide gebrucht, wem die vorgulden sulle werden?
    1. Wist der scheffen, dem wolgebornen herren hern Henriche grafen zu Nassauwe und herren zu Bilstein, als einem oberherren zu Westerwalde, im jar eins zu vergelden, niemants ußgescheiden.
  5. Item zom funften mal, wer sich unrechtes maißes vlißt, es sei an druckem oder naßem, wie hoch man das verbüßen solle?
    1. Wist der scheffen, so hoch das vor der bank verboten wirt.

Der Westerwald in einem Gedicht

Das „Herzoglich Nassauische Allgemeine Intelligenz-Blatt", das seit 1808 herausgegeben wurde, diente zur Veröffentlichung der amtlichen Bekanntmachungen und Verordnungen und enthielt keinerlei redaktionelle Nachrichten oder private Anzeigen. Da das Intelligenz-Blatt von vielen Gemeinden nicht gehalten wurde, hatte die Umständlichkeit und Kostspieligkeit der offiziellen Publikation landesherrlicher Verordnungen und Regierungsvorfügungen, die in Einzeldrucken von der Regierung den Amtern mitgeteilt wurden, um von diesen wieder den Gemeinden bekannt gemacht zu werden, die gleiche bleiben müssen. Hierin Wandel zu schaffen und dem Intelligenz-Blatt zur Erfüllung aller gemeinnützigen Aufgaben, welche man sich davon versprochen hatte, zu verhelfen, das war das Ziel des 1779 an die Spitze der Regierung berufenen Präsidenten "von Preuschen".

 

Mineralogische

Beschreibung

der

Oranien-Nassauischen Lande

nebst einer

Geschichte

des

Siegenschen Hütten- und Hammerwesens
Von

Johann Philipp Becher

Fürst. Oran. Nassauischem Bergseeretär, und Ehrenmitgliede
der Gesellschaft Naturforschender Freunde in Berlin.

Ende 1897 verfasst der Marienberger Pfarrer W. Heyn in den "Mitteilungen des Vereins für Nassauische Altertumskunde an seine Mitglieder" einen Beitrag über den Notstand des Westerwaldes im 19. Jahrhundert.

Wer heute noch vom armen Westerwald redet, kennt den Westerwald nicht. Seine Verhältnisse haben sich in den letzten 20 Jahren völlig umgestaltet. Den Westerwäldern geht es heute vortrefflich. Der Fortschritt in jeder Beziehung ist oben auf den Bergen eingezogen.

Schon einmal hat der Westerwald seine gute, alte Zeit gehabt. Das schließt freilich ein, dass es auf dem Westerwald auch einmal nicht gut ausgesehen hat. In der Tat, die Westerwälder Geschichte weiß von einem großen Notstand zu reden, der merkwürdigerweise gerade da seinen Anfang nahm, als vor hundert Jahren etwa die elende deutsche Kleinstaaterei zu Ende war und eine Zeit anbrach, in der sich in den deutschen Landen der Wohlstand, wenn auch langsam, so doch unausgesetzt mehrte.

Der "Allgemeine Anzeiger der Deutschen" veröffentlicht Dienstags, den 20. Julius 1813 folgenden Artikel mit einer Anleitung zur Verbesserung der Schreibgriffel für Schultafeln

Mittel zur Verbesserung der Griffel

Die Griffel, deren man sich bekanntlich beym Rechnen auf der Schiefer-Tafel bedient, sollte man vor ihrem Gebrauche jedesmahl erst einsalzen; indem solche dadurch sehr viel von ihrer Härte verlieren und beynahe eben so weich wie die weiße Kreide werden.

Ich habe nun zwar dieses Mittel zur Verbesserung der Griffel schon sehr vielen Personen mitgetheilt und es hat auch der Präceplor Steup der ältere zu Dillenburg im Großherzogthum Berg auf mein Anrathen dasselbe bereits in sein Rechenbuch aufgenommen. Da jedoch dieses Rechenbuch nicht in den Buchhandel gekommen, auch in demselben die Zeit der Einsalzung viel zu kurz angegeben ist: so wird dieses Mittel hiermit öffentlich bekannt gemacht.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok