Mineralogische

Beschreibung

der

Oranien-Nassauischen Lande

nebst einer

Geschichte

des

Siegenschen Hütten- und Hammerwesens
Von

Johann Philipp Becher

Fürst. Oran. Nassauischem Bergseeretär, und Ehrenmitgliede
der Gesellschaft Naturforschender Freunde in Berlin.

Sr. Hoheit
Dem

Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn

H e r r n
Wilhelm dem Fünften,
Prinzen von Oranien, Fürsten zu Nassau, Grafen zu Katzenelnbogen, Vianden, Diez, Spiegelberg, Büren,
Leerdam und Cuylenburg, u. s. w.
Erbstatthalter, Erbgouverneur, Erb-Capitaine, General und Admiral der vereinigten Niederlande;
Erb-Capitaine, General und Admiral von der Union, Ritter des Hosenbandes, auch des schwarzen Adlers,

Meinem gnädigsten Fürsten und Herrn.

Durchlauchtigster Prinz,

Gnädigster Fürst und Herr!

Eurer Hoheit großmütige Unterstützung hat mich in den Stand gesetzt, diese mineralogische Beschreibung Höchstdero deutscher Staaten verfassen zu können.

Diese Betrachtung, die Wichtigkeit des Bergbaues in solchen, der in dem größten Theil davon die Hauptnahrung und die Urquelle des Wohlstandes ist, und der gnädigste Wohlgefallen, den Höchstdieselbe diesen Arbeiten geschenkt haben, gibt mir den Muth, dieser Beschreibung Eurer Hoheit Nahmen vorzusetzen, und solche Höchstdenenselben Ehrfurchtsvoll zu überreichen.

Diese angebohrnen Lande, auf denen die Landesväterliche Vorsorge Eurer Hoheit ganz ruht, und die nie glücklicher, als unter Höchstderoselben Regierung gewesen, erkennen die Fülle der auf sie strömenden Segnungen und verehren die Quelle, aus der sich selbige ergießen.

Und so wie sich die Nassau, seitdem ihre Gefilde wohnbar sind, durch Liebe und Treue gegen Ihre Regenten auszeichnet, so wie insbesondere die aus deren Blut entsprossenen, in ihrer Mitte gebohrnen Stifter der Freiheit der vereinigten Niederlande ein Wilhelm, Moritz, Friedrich Henrich und die mehreren Helden Ihres Durchlauchtigsten Hauses, die solche mit erfochten, mit Ihrem Blute Ihre edle Thaten besiegelten, und unter errungenen Lorbeern niedersanken, so wie diese verewigten Namen ihr Stolz sind: so sind Ew. Hoheit nicht weniger ihr Ruhm, der Gegenstand ihrer Treue; so kennt der Enthusiasmus, der solche für Höchstdieselbe beseelt, keine Grenzen, reine mit Dank erfütte Liebe, wo durch sie Ihre Huld zu verdienen sucht, entflammt ihn für Den, der Belgiens Bund, als sich solcher zu zerreissen drohete durch Standhaftigkeit und weise Entschließungen fester knüpfte, Belgiens Freiheit und Glück erhielt, davon der neue Schöpfer ward; und in der Geschichte der Union eine neue Epoche macht.

Auch Wilhelminen werden Enkel ihren Urenkeln nicht ohne staunende Bewunderung, nicht ohne Ehrfurcht nennen. Diese über alles Lob erhabene Prinzessin wird ewig eine glänzende Stelle in der Geschichte einnehmen, in Ihr wird die Nachwelt ein Beispiel von der Macht der Tugend, und dem Uebergewicht der Größe der Seele finden; in Ihr werdern die Nachkommen des Hauses Oranien das Geschenk der Vorschung verehren, das bestimmt war, durch Muth und Unerschrockenheit die Union und den Glanz dieses Hauses zu befestigen.

Durchlauchtigster Fürst! Ich verliehre mich mit allen Ihren seien Unterthanen in diesen Empfindungen, und habe keinen andern Wunsch, als daß ich ferner so glücksich sey, in dem Bewußtseyn Höchstdero Zufriedenheit über meine Dienstgeschäfte, ehrerbiethigst und Ehrfurchtsvoll beharren zu dürfen.

Eurer Hoheit

Dillenburg
den 8. März I789

ganz unterthänigster und
treugehorsamster
Johann Philipp Becher