Geschichte(n) aus Bach & Pfuhl (Nisterau)

Der Ortsteil "Pfuhl" wurde um 1300 als "Pule" erstmals urkundlich genannt. "Bach" geht erstmals aus einem Hofverkauf um das Jahr 1416 hervor. Bereits 1746 begann der Abbau der Braunkohle, die damals großen Seltenheitswert besaß. In der 1926 stillgelegten "Willhelmszeche" waren zeitweise mehr als 600 Bergleute im Braunkohleabbau unter Tage beschäftigt. Im Steinbruch "Bacher Lay" wurde noch bis in die 60er Jahre Basalt abgebaut. An vergangene Zeiten erinnert auch heute noch das in der "Bacher Lay" gelegene Naturdenkmal "Pfaffenmal", ein sagenumwobener, ca. 18 Meter hoher Säulenbasaltkegel in Meilerstellung.
Durch die Beschlüsse der Gemeinderäte in den früher selbständigen Gemeinden Bach und Pfuhl trägt die Gemeinde seit dem 1. März 1969 ihren heutigen Namen Nisterau. 

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Adam Steip ist vermutlich unser Stammvater. Er erscheint in den Jahren 1541 und 1556 - 1564 in Pfuhl und zwar 1541 in einer Niederschrift über die verglichenen Leute auf dem Westerwald und 1556 - 1564 in dem Marienberger Gerichtsbuch für die Jahre 1541-1598. Er war Bauer und freier Vogtmann und um 1515 geboren.

1541 heißt es von ihm:

Item Contzges schmidsh zur Bach freigen (Veronika) ist eigen. Faudweibßperson gewest. Ist in ein eigen Hof chomen. Darentgegen Margreth Loppenen (Lupp) Dochter Eigen Beilsteinisch gewest in ein Faidhof (Vogthof) zum puel Stipß adams Hof chomen und ein Faidfraw (Vogtfrau) pleiben soll."

  Die Erwähnung im Marienberger Gerichtsbuch 1541 u. ff. anno 1556 geschieht durch folgenden Eintrag:

Puell, anno 1556 (S. 143). Steips Adam. Item hat er Weihnanden zum Puell abgelost Merkein Deill zu Nisterberg 3 viertel Felts hinderm greben garten vor 3 Daler".

Die Eintragung bringt später den Beweis dafür, daß Adam Steip der Großvater von Michel Steip (Steup) war. Die Niederschriften in dem Gerichtsbuche betreffen meistens Güterkäufe, Verpfändungen oder sonstige Tausch- und Rechtsgeschäfte der freiwilligen Gerichtsbarkeit, die in kurzer und gedrängter Weise in dem Buche verzeichnet sind.

Der Name Lupp wird erstmals erwähnt in einem "Verzeichnis der Vogtleute zu Westerwald", das aus den Jahren vor 1485 stammt. Es enthält den Viehbestand einzelner Familien, meist ohne Ortsangabe. Unter anderen auch von den "Luepen Freygen" (Veronika). Offensichtlich ist sie also zu diesem Zeitpunkt bereits Witwe gewesen und verfügte über 8 Kühe, 2 Rinder, 3 Schafe, 3 Schweine und 4 Pferde.
Sie ist wahrscheinlich die Mutter von "Lopen Crißge" gewesen, der 1511 in einer Steuerliste unter Bach erscheint und vielleicht auch von "Lop Hen", den man im gleichen Jahr unter Marienberg findet. 1514 taucht der Name Lupp bei der Verleihung der Hardter Struth ebenfalls neben Buchner und Müller wieder auf. Beide düften um 1480/82 geboren sein. 
1534 heißt es einfach "Lupe zu der Bach". Die fehlende Angabe eines Vornamens läßt vermuten, daß es nur eine Familie Lupp zu dieser Zeit in Bach gegeben hat, die steuerpflichtig war. Ebenfalls dem "Luppen zu Bach" hatte 1549 die "Kempsen zu Dreißbach" zwei Felder bei Unnau für zwei Gulden und 9 alb abgelegt. Es ist nicht sicher zu entscheiden, ob es sich hierbei noch um Crißgen oder schon um eine 3. Generation Lupp handelt.

Marten (Martin) Steip wird um 1542 wahrscheinlich als Sohn des Adam Steip und seiner Frau Marcha (Margreth) geb. Lupp geboren. Er lebte als Bauer und freier Vogtmann in Pfuhl.

1562-1568 hatte er ein Kuhgeld von 13 bzw. 14 und 12 Kühen zu entrichten.

1566 wird er im Marienberger Gerichtsbuch (S. 228) erwähnt. Damals heißt es von ihm:

Item Steups Marten zum pfhul hat Adam Leudtt, Hachenburg, gebenn uf pensionn (Zinsen) = 10 alb."

Nach 1568 erscheint sein Name in Pfuhl nicht mehr. Es ist nicht unmöglich, ja sogar sehr wahrscheinlich, daß er den Oranischen Feldzug 1568-1570 unter Wilhelm I., dem Schweiger, für die Freiheits- und Glaubensbewegung der Niederländer gegen die spanische Inquisition mitgemacht hat und sein Leben auf dem Felde der Ehre hat hergeben müssen.

 

Verheiratet war er seit Mitte 1560er Jahre mit Greyers Christgins tochter (Elsa) zu Graßseyffen (Großseifen)".

Jost Steip (Steib, Stip, Steub) geb. um 1545 war Bauer und freier Vogtmann, erscheint von 1576 - 1586 in Pfuhl. Er war jedenfalls ein jüngerer Sohn von Adam Steip und aller Wahrscheinlichkeit nach der Vater von Michel Steip.

1576 wird außer dem Zehnten die Landessteuer von 13 Kühen und 3 Pferden von ihm gefordert, die er 1578 von 15 Kühen und 3 Pferden und 1582 von 14 Kühen und 3 Pferden zu entrichten hat.

Nicht unerwähnt sei hier, daß er 1577 in der veränderten Namensform als Steibs Jost und Stips Jost in Pfuhl auftritt. Er hat damals das Kuhgeld von 12 Kühen und das Dienstgeld von 3 Pferden mit je 12 Alb. zu zahlen.

1578 erwirbt er in Gemeinschaft mit Martin und Christmann Lupp (Vater und Sohn) von einem Thönges Schurg (Schürg) und seinen Erben den dritten Teil im Roten Gut für 90 Gulden. Der Güterkauf ist in dem vorerwähnten Marienberger Gerichtsbuch vermerkt, und es ist nicht unmöglich, daß es sich hierbei um Teile des verschwundenen Hofes Rodenberg im Distrikt Rodenbergs Erlen zwischen Marienberg und Pfuhl gehandelt hat.

Er starb Ende 1585 oder in 1586.

Michel Steup ist unser nachweisbarer Uraltvater, er lebte als Bauer, freier Vogtmann, Gerichtsschöffe und Almosenpfleger in Pfuhl. Wie mit Bestimmtheit angenommen werden kann, war er der Enkelsohn von Adam Steip. Die Annahme gründet sich auf den früheren Eintrag im Marienberger Gerichtsbuch vom Jahre 1541 ff. aus dem Jahre 1556, der inhaltlich anno 1618 in das neu angelegte Gerichtsbuch vom Jahre 1617 ff. übertragen wurde.

Die sich daraus ergebenden Verpflichtungen waren von seinen Enkeln Jakob und Michel übernommen worden. Die Eintragung mit Zusätzen hat folgenden Wortlaut:

"Item Steips Adam hott Weinandten zum Pfuel abgelost Merkeln von Nisterberg 3 virthel feldts hinder greben garten vor 3 thaler.

Item Steips Jakob und Michel haben anno 1592, den 15. 9bris (November) dem Schultheißen zu Marienberg Herngelt wegen Pfeiffers Josten hieruff geben == 4 gl.

Noch anno 1584 (1594) hieruff geben == 10 gl.

Noch Michel Steip hieruff Christ Blanken geben == 3 gl.

Michel Steip hat Christ Blancken gebenn hieruff anno 1618 == 3 gl."

Christ Steup d.Ä. war Gerichtsschöffe und Kirchenältester, wurde am 24. Februar 1615 geboren und erbte nach dem Tode seines Bruders Jost die Güter seines Vaters. Er heiratete nach Bach und starb daselbst 1687. Seine Ehefrau Diechen hatte bereits am 01. Oktober 1670 das Zeitliche gesegnet. Sie war die Tochter des Bauern, Eigenmanns und Müllers Jakob Lupp und seiner Ehefrau Trein (Katharina), geb. Müller zu Bach.
1643  wirkte er als Gerichtsperson mit bei Absteinung und Neufestlegung der Grenzen des später ausgegangenen Hofes Rodenberg in der Gemarkung Marienberg.
1667 erwarb er für 23 Reichstaler Acker- und Gartenland in den Gemeinden Bach und Pfuhl.
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