Geschichte(n) aus Eichenstruth

Der Ort Eichenstruth mit 408 Einwohnern (Januar 2006) liegt westlich von Bad Marienberg auf einer Hochebene oberhalb des Schorrbergs. Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Eichenstruth mit ihren 185 Einwohnern nach Bad Marienberg eingemeindet. Am Schorrberg befindet sich eine Skipiste mit Lift und Schneekanonen.

Eichenstruth war lange Zeit Abbaugebiet von Braunkohle. Nach dem Einstellen der Bergbauaktivitäten war die Landwirtschaft der einzige verbleibende Erwerbszweig. In den 1990er Jahren wurde ein Gewerbegebiet erschlossen, dessen Fläche die des Ortes überstieg und der Ort mit dem Neubau der Kreisstraße K 59 neu an die L295 angeschlossen.

Vorfahren aus Eichenstruth

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Reinhard Steup ist der Vater unseres ersten Chronisten Emil Steup. Er wird am 23. Februar 1850 in Eichenstruth geboren, als Sohn des Franz Daniel Steup und seiner Ehefrau Marie Wilhelmine Steup, geb. Zeiler. Die Eltern lebten wie so viele andere der damaligen Zeit in einer Ehegemeinschaft zusammen und hatten schon drei Kinder gezeugt, bevor sie zivilrechtlich und kirchlich getraut wurden. Begründet durch die Herzogl. Nass. Regierung, die den ausgehobenen und für sechs Jahre dienstverpflichteten Soldaten nicht eher die Heiratserlaubnis erteilte, bis das Heiratsgut beisammen und der Nachweis darüber geführt war.

Am 22. April 1873 verheiratet er sich mit Emma Schüler geb. 6. September 1851 in Bretthausen, Tochter des Landwirts und Feldgerichtsschöffen Johannes Peter Schüler und seiner Ehefrau Elise Charlotte, geb. Menk zu Bretthausen. Aus der Ehe gingen 4 Kinder hervor, von denen die zwei jüngsten bereits gestorben sind.

Er widmete sich nach Entlassung aus der Volksschule dem Bürodienst, trat am 17. August 1864 bei der Herzogl. Nass. Landoberschultheißerei in Marienberg als Gehilfe ein, wurde am 27. April 1872 vom Kreistag zum Rendanten der Kreiskommunalkasse gewählt und unter Beibehaltung dieser Stelle am 24. März 1876 zum Amtsrechnungssteller ernannt. Bei Einführung der Kreisordnung am 1. April 1886 betraute man ihn mit der Verwaltung der Kreisausschußsekretärstelle zu Marienberg. Diese Stelle bekleidete er bis zum 1. Januar 1891, mit welchem Zeitpunkt ihm von der Kreisverwaltung die RendantensteIle bei der neugegründeten Kreissparkasse zu Marienberg im Hauptamt übertragen wurde, die er bis zum 1. Oktober 1917 versah.

Gustav Steup wurde am 29.11.1857 als Sohn des Franz Daniel Steup und seiner Ehefrau Marie Wilhelmine geb. Zeiler in Eichenstruth geboren. Am 24.11.1885 heiratete er Auguste Weisbarth, die aus dem weit bekannten Gasthof Weisbarth mit Bäckereibetrieb und Postagentur zu Bogel bei St. Goarshausen a. Rhein stammte. Er kam nach Entlassung aus der Volksschule zu dem Kaufmann Carl Zitzer in Marienberg in die Lehre, war später längere Zeit als Reisender für verschiedene Geschäfte tätig und. übernahm Mitte der 1830er Jahre ein Kolonial- und Eisenwarengeschäft zu Katzeneinbogen, das er im Laufe der Jahre durch neue Geschäftszweige bedeutend erweiterte. Er war ein wohlangesehener Mann in der Gemeinde und genoß das Vertrauen der Bürgerschaft. Das bewies, daß er viele Jahre hindurch Beigeordneter von Katzeneinbogen war und eine Reihe Ehren- und Nebenämter im öffentlichen Leben bekleidete. So war er u. a. Mitglied der Einkommensteuer-Veranlagungskommission und des GewerbesteuerAusschusses für den Unterlahnkreis und gehörte auch der Nassauischen Landesbank als Beirat an, der er seine reichen Erfahrungen und vielseitigen Kenntnisse zur Verfügung stellte.

Heinrich Steup wurde am 17.03.1857 in Eichenstruth geboren. Am 04.03.1883 heiratet er Emilie Keßler, geb. 18.08.1864, Tochter des Landmanns Friedrich Ludwig Keßler und seiner Ehefrau Julie Elisabethe, geb. Schütz zu Unnau.
Aus der Ehe gingen 7 Kinder hervor, von denen die Töchter Lina und Frieda sowie die Zwillinge Anna und Johanna schon früh starben.

Seine Militärpflicht leistete er im preußischen Infanterie Regiment 88 in Mainz. Nach der Annexion Nassaus durch Preußen im Jahre 1866 wurde die nassauische Armee aufgelöst und das verbliebene Personal in die Preußische Armee übernommen.

Bis zu seiner Pensionierung am 01.10.1923 arbeitete er als Oberpostschaffner in Marienberg.

Karl Steup wurde am 6.Juni 1872 in Eichenstruth geboren als Sohn des Johann Wilhelm Steup und seiner Ehefrau Katharine Christine geb. Steup aus Marienberg. Er arbeitete als  Landbriefträger (Postschaffner) zu Stein-Neukirch und verheratete sich am 31.Oktober 1894 in Stein-Neukirch mit Emma Uhr, geb. 17.10.1871 in Stein, Tochter des Bauern und Schmieds Johannes Heinrich Uhr und seiner Ehefrau Theodore, geb. Zimmermann zu Stein. Er wurde am 1. Februar 1924 in den einstweiligen Ruhestand versetzt und beschäftigt sich seit dieser Zeit in seiner Landwirtschaft in Stein. Sie starb am 12. April 1918 in Stein.