August Steup wird am 31.Juli 1846 zu Eichenstruth geboren, als Sohn des Franz Daniel Steup und seiner Ehefrau Marie Wilhelmine geb. Zeiler. Er arbeitet als Kanzlist beim Amtsgericht zu Marienberg.

1872 heiratet er Lisette Ohlgart, geb. am 19. Juli 1845, Tochter des Bäckermeisters Georg Christian Ohlgart und seiner Ehefrau Juliane, geb. Ferger zu Marienberg. Die Ehe wurde in Wölferlingen geschlossen. Die Ehefrau war die Patin unseres ersten Chronisten Emil Steup. Sie starb am 17. September 1905 in Marienberg; er folgte ihr am 6. Februar 1919 im Tode.

Seit Entlassung aus der Volksschule war August ununterbrochen im Kanzleidienst tätig, zuerst bei der Herzogl. Nassauischen Landoberschultheißerei und später beim Amtsgericht Marienberg. Für seine treue Arbeit wurde ihm 1909 das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber und nach 50jähriger Dienstzeit 1912 das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens mit der Zahl 50 Allerhöchst verliehen. Außerdem war er im Besitz des Erinnerungszeichens für Verdienste um das Feuerlöschwesen. Er genoß wegen seiner Pflichttreue und Liebenswürdigkeit das allgemeine Vertrauen der Bevölkerung und seiner Vorgesetzten wie nur einer.

Über sein Ableben schreibt die "Westerwälder Zeitung" in Nr. 17 von 1919:

"Marienberg, den 8. Februar 1919. Ein biederer, hochgeschätzter Bürger unseres Ortes, der Kanzleigehilfe August Steup, ist vorgestern zu den Toten gegangen. Als ein Mann lautersten Charakters, ausgestattet mit schätzenswerten Eigenschaften des Herzens und des Geistes, konnte er sich überall aufrichtigster Hochachtung und Beliebtheit erfreuen. Die Beamten des hiesigen Amtsgerichtes sagen so richtig in ihrem Nachruf, daß man sich das Amtsgericht Marienberg nicht ohne den würdigen alten Herrn vorstellen konnte. Der unerbittliche Tod nahm ihn nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 72 Jahren zu sich. Möge ihm die Erde leicht sein!"

Der Vorschußverein1) Marienberg widmete ihm folgenden Nachruf:

"Am 6. d. Mts. verschied nach schwerem Leiden der Vorsitzende des Aufsichtsrates unserer Genossenschaft, Herr August Steup, im Alter von 72 Jahren.

Ein ganzes Menschenalter hindurch hat der Entschlafene dem Aufsichtsrate angehört und mit Verständnis und lebhafter Teilnahme die Angelegenheiten der Genossenschaft gefördert.

Unseren Mitgliedern war er viele Jahrzehnte hindurch ein bereitwilliger und wohlwollender Berater, uns selbst ein treuer und gewissenhafter Mitarbeiter. Wir werden dem Entschlafenen dauernd ein ehrendes Andenken bewahren.

Marienberg, den 7. Februar 1919.

Vorstand und Aufsichtsrat des Vorschußvereins Marienberg e.G.m.b.H."

 

Der Sohn Otto wurde am 9. Januar 1877 geboren und starb am 4. Dezember 1882 zu Marienberg im Alter von 5 Jahren. 

 

 

1) Im Januar 1863 gründeten Handwerker, Landwirte und Kleinhändler nach der von Hermann Schulze-Delitzsch entwickelten Genossenschaftsidee den „Marienberger Vorschußverein“. Solche Vorschuß- oder auch Spar- und Darlehenskassenvereine bildeten sich auch in Hachenburg (1862), Emmerichenhain (1865) und Selters. Später folgten Wissen (1870) und Ransbach-Baumbach (1876). Aus Fusionen dieser Genossenschaften wurde später die „Volksbank Westerwald eG“ gebildet.