Geschichte(n) aus Großseifen

Großseifen liegt an einem Südhang, südlich von Bad Marienberg, in einer Höhenlage von ca. 475 m über NN. Die früheste bis jetzt bekannte urkundliche Nennung des immer schon zum Kirchspiel Marienberg gehörenden Dorfes stammt aus dem Jahre 1307, als Graf Heinrich von Nassau dem Abt des Zisterzienserklosters Marienstatt die bestehenden Einkünfte bestätigte. Die damalige Schreibweise lautete "Graynsiven", später "Grasyffen" und schließlich Großseifen. Die Wortendung deutet auf „Schlucht mit Rinnsal" hin. Im Jahr 1511 wurden 7 Familien verzeichnet.

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Matthias Steup wurde am 21.9.1777 in Großseifen geboren als Sohn des Johann Heinrich Steup und seiner Ehefrau Anna Gertraude geb. Künkler. Er lebte als Landmann, Bäcker, Wirt und Schichtmeister, auch Gemeinderechner und später Schultheiß in Höhn.

Am 5.6.1799 heiratete er Elisabeth Rickes, des Sebastian Rickes zu Marienberg ehelicher Tochter, die am 24.10.1773 geboren war und am 10.10.1839 starb.

Zum Schultheiß wurde er am 1.7.1833 ernannt. 1834 berichtete der Amtmann über ihn, daß die Wahl eingeschlagen sei. Seine Befähigung sei zwar mittelmäßig, er habe aber bis jetzt guten Willen gezeigt. 1835 wird von ihm gesagt, daß mehr Energie in dieser großen, armen und vernachlässigten Gemeinde zu wünschen wäre. Durch Verfügung vom 19.9.1835 wurde er des Dienstes wieder enthoben.

Er starb am 24.11.1845 zu Höhn. Der Sohn Daniel war am 2.10.1809 geboren und starb am 21.8.1826.

Johann Heinrich Steup wurde am 28.8.1785 in Großseifen geboren als Sohn des Johann Heinrich Steup und seiner zweiten Ehefrau Anna Elisabeth geb. Zehrung.

Er war Heimberger des Kirchspiels Marienberg und in den Jahren 1815/19 auch Schultheiß von Marienberg. Außerdem war er als Schichtmeister tätig.

Am 14.12.1812 verheiratete er sich mit Anna Elisabeth Neeb, get. 25.9.1782, des verst. Franz Neeb und der Anna Maria Weber zu Marienberg ehelicher Tochter.

1813 besaß er ein Vermögen von 800 Gulden, darunter ein Wohnhaus mit Scheune im Wert von 550 Gulden.

Er starb am 12.5.1843 zu Marienberg. Die Ehe ist kinderlos geblieben.

Gerhard Wilhelm Steup wurde am 28. März 1790 als Sohn des Johann Heinrich Steup und seiner Ehefrau Anna Elisabeth geb. Zehrung zu Großseifen geboren. Er war Unterjäger im Oranischen Jägerkorps, machte die Befreiungskriege 1813/15 mit und starb nach den Verlustlisten des Regiments Oranien-Nassau an den Folgen der in der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 erlittenen Verwundung. Ihn hatten die Jäger als einzigen Toten in der vorgenannten Schlacht zu beklagen.

Er ist derjenige, dessen Namen neben anderen auf dem Waterloo-Denkmal zu Wiesbaden verzeichnet ist. Dieses Denkmal wurde im Jahre 1865 auf dem Luisenplatz in Wiesbaden zu Ehren und zum Gedächtnis der in den Befreiungskriegen 1813/15, insbesondere der in der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 gefallenen Nassauer Soldaten errichtet.

Ludwig Steup lebte als Landwirt und Gemeinderechner, auch Kirchenvorsteher zu Großseifen, geb. am 21. September 1850, verh. seit 13. Juli 1873 mit Sophie Elisabethe Müller, geb. am 23. Mai 1854, Tochter des Landmanns und Branntweinbrenners Ferdinand Carl Müller und seiner Ehefrau Julie, geb. Kleber zu Zinhain. Sie lebten in wohlgeordneten Verhältnissen. Am 26. April 1917 starb sie. Er folgte ihr am 6. Juli 1938 im Tode, nahezu 88 Jahre alt.

Heinrich Steup erblickte am 1.4.1884 in Großseifen als Sohn des Ludwig Steup und seiner Ehefrau Sophie Elisabeth geb. Müller das Licht der Welt. Am 25.4.1908 heiratete er Emma Helene Kempf, geb. 27.9.1881, Tochter des Bürgermeisters und Bergverwalters Heinrich Friedrich Kempf und seiner Ehefrau Emilie, geb. Sahm zu Großseifen.
Bis zu seiner Einberufung zum Kriegsdienst im Jahre 1915 arbeitete er als Stadtsekretär zu Hachenburg. Er starb am 28.5.1915 in einem Feldlazarett infolge einer am 24.5.1915 auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz erlittenen Verwundung.
 
Seine Frau lebt in Großseifen in ihrem eigenen, dort erbauten Hause. Von den aus der Ehe hervorgegangenen Söhnen Carl Heinrich, geb. am 2.5.1909 zu Hachenburg, und Hans Heinrich, geb. am 21.6.1913 ebendaselbst, ist letzterer am 17.3.1917 in Großseifen gestorben.
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