Geschichte(n) aus Hof

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Die Schwarze Nister, die zum Einzugsbereich der Sieg gehört, fließt durch das Ortsgebiet. Die älteste bekannte Urkunde über den Ort Hof stammt aus dem Jahre 1048.

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Johann Christ Steup wurde am 18. September 1738 als Sohn des Johann Christ Franz und seiner Ehefrau Anna, geb. Rübsamen in Hof geboren. Er lebte als Bauer und Schmied zu Hof und heiratete am 24. Juli 1763 Anna Rübsamen, des verstorbenen Hans Henrich Rübsamen eheliche Tochter von Hof.

1785 wandert er mit seiner Frau und 6 Kindern nach Amerika aus. Um die Erlaubnis hierzu hatte er am 20. Juli 1784 nachgesucht, da er in dem Verdacht eines Schweinediebstahls und sonstiger Diebereien stand. Er und sein Bruder Johann Franz Steup waren von Beruf Schmiede. Der Amtmann Chelius in Marienberg stellte ihnen ein schlechtes Zeugnis aus und begrüßte den Entschluß des Johann Christ Steup, der mit seinen Diebereien das ganze Kirchspiel beschimpft habe und nach dem letzten Diebstahl flüchtig gegangen sei. Die erbetene Erlaubnis, mit seiner Familie nach Amerika auszuwandern, wurde von der Landesregierung in Dillenburg unter der Bedingung erteilt, daß von dem zu veräußernden Vermögen etwaige Schulden und noch zu begleichende Abgaben in Abzug zu bringen seien und dem Bruder Johann Franz Steup unter der Hand nahegelegt werden möge, mit auszuwandern.

Johann Christ Steup wurde am am 17. April 1757 als Sohn des Johann Gerhard und seiner Frau Anna Margaretha in Hof geboren.

Er war Landmann und Ortsvorsteher zu Hof und am 23. Februar 1777 heiratete er Anna Margaretha Giehl, getauft am 21.Oktober 1757, des Bauers Christ Giehl und der Anna Christina, geb. Schütz eheliche Tochter von Hof. Die beiden hatten 4 Söhne und 6 Töchter, von denen 3 in jungen Jahren starben.

Er lebte in guten Verhältnissen, hatte an Gebäuden und liegenden Gütern ein Vermögen von 8000 Gulden und war in der Franzosenzeit Munizipalrat von Hof, als welcher er durch Dekret vom 9. Februar 1809 ernannt wurde. Daneben bekleidete er seit 1811 die Stelle des II. Beigeordneten (Adjunkten) und vom 15. Februar 1813 ab die des I. Beigeordneten der Mairie Marienberg, nachdem Johann Henrich Steup zu Großseifen von diesem Posten zurückgetreten war. Der Mairie, Rat und Notar Adolf Albert Chelius zu Marienberg, schrieb damals über ihn in dem Berichte vom 13. Februar 1813 an den Präfekten zu Dillenburg:

„Wohingegen der Christ Steup, der wohlstehendste Einwohner im ganzen Ort, wegen seiner Redlichkeit und seines Biedersinns allgemein geachtet und das Zutrauen seiner Nachbarn besitzt, der schon seit langen Jahren das Ruder in dieser Komüne führt, ihr Wohl und Verfassung am besten kennt, und sich nicht gemeine Verdienste um dieselbe erworben hat, der die gegenwärtige Ordnung der Dinge, die Gesetze und besonders das Steuerwesen sich möglichst eigen zu machen gesucht hat. Er ist in jeder Rücksicht am schicklichsten zum Municipalrat und deshalb vorzüglich zu empfehlen."

Johann Tönges Steup lebte als Landmann, Feldgerichtsschöffe, Kirchenvorsteher und Schultheiß zu Hof, geb. 8.11.1780, verh. seit 3.12.1802 mit Elisabethe Keßler, geb. 25.8.1782, des Gerlach Keßler zu Hof und der Maria Elisabeth, geb. Zimmermann eheliche Tochter, die am 14.5.1809 starb, und in zweiter Ehe seit 21.3.1811 mit Anna Katharina Steup, Tochter des 1799 verstorbenen Matthias Steup und der Anna Christine Pfeiffer zu Hof.

Durch Dekret vom 30.1.1827 wies die Herzogliche Landesregierung in Wiesbaden den Amtmann Christian Freudenberg zu Marienberg an, dem Schultheiß Steup ihre Zufriedenheit darüber zu erkennen zu geben, daß er sich seines Dienstes fortwährend angelegen sein lasse und stets bemüht sei, die Wohlfahrt der Gemeinde nach Kräften zu fördern.

Später lautete das Urteil über ihn weniger günstig, und 1831 berichtete der Amtmann zu Marienberg über ihn und seine Tätigkeit als Schultheiß, daß er für die große Gemeinde zu wenig tatkräftig sei, besitze aber guten Willen und sei der zu dem Dienste tauglichste in Hof. 1834 wird von ihm gesagt, daß er mittelmäßig befähigt, doch aufrichtig und besonnen sei; seine Dienstführung habe zu Klagen keine Veranlassung gegeben. Die ihm für seine Müheleistung gewährte Besoldung betrug 78 Gulden.

Er starb am 29.6.1843, seine zweite Ehefrau war bereits am 15.5.1824 gestorben.

Johannes Steup lebte als Landmann und Gemeinderechner zu Stein-Neukirch, geb. 23.4.1792 zu Hof, verh. seit 14.2.1813 mit Anna Elisabeth Hahn, geb. 12.8.1796 zu Stein, Tochter des Landmannes Martin Hahn und seiner verst. Ehefrau Anna Elisa Margarete, geb. Türk zu Stein. Er starb am 18.10.1839 zu Stein. Sie folgte ihm am 3.6.1874 ebenda im Tode.

Ihre Tochter Jakobine Steup, geb. 17.11.1830 in Stein, verheiratete sich am 3.8.1851 mit dem Land- und Zimmermann Heinrich Friedrich Theodor Jung, geb. 18.1.1829 zu Hof und wohnhaft daselbst, Sohn des Landmannes und Leinwebers Jon. Peter Jung und seiner Ehefrau Anna Katharina, geb. Schneider, zu Hof.

Ludwig Heldreich Steup geb. 22.9.1831 zu Hof, Kaufmann und Geschäftsführer des Waren- und Lebensmittelgeschäftes der Firma Philipp Schneider zu Hachenburg, das später durch letztwillige Verfügung des Erblassers in seinen Besitz überging. Der Schule entlassen, bestimmten ihn seine Eltern für den kaufmännischen Beruf und brachten ihn zu dem Kaufmann Ferger in Westerburg in die Lehre. Nach Beendigung der Lehrzeit und Erweiterung seiner Kenntnisse in anderen Geschäftsbetrieben leitete er das obenbezeichnete Geschäftshaus, dessen Eigentümer er nachher wurde.
Er verheiratete sich mit der Witwe des Kaufmanns Henney zu Hachenburg. Sie war eine Schwester Philipp Schneiders, der bei seinem Tode ein bedeutendes Vermögen hinterließ, über das er testamentarisch verfügt hatte mit der Bestimmung, daß u. a. das Geschäftshaus in Hachenburg seiner Schwester bzw. seinem Schwager Steup zufallen sollte. Vier aus der Ehe hervorgegangene Töchter sind schon lange tot. Er starb am 17.12.1895 zu Hachenburg.

Catharina Steup wurde am 12. März 1835 als Tochter des Johann Henrich Steup und seiner Ehefrau Anna Marie Rübsamen, Tochter des Bauers Johann Anton Rübsamen und der Anna Marie Schneider zu Hof geboren. In erster Ehe war ihr Vater Johann Henrich Steup seit 16. Juli 1809 mit Anna Christine Jung, Tochter des Bauers Johann Henrich Jung zu Hof verheiratet. Am 22. April 1836 fand man ihn im Walde zwischen Salchendorf und Zeppenfeld tot auf.

Catharina  war seit dem 10. Mai 1857 mit dem Landmann Ernst Christian Dörr zu Hof, geb. 26. Juni 1830, verheiratet, der am 25. November 1909 in Marienberg starb. Sie starb am 27.Dezember 1910 in Marienberg.

Ihr Sohn Louis Dörr wurde am 21. Mai 1866 in Hof geboren und verheiratete sich am 30. Oktober 1893 zu Haiger mit Johannette Strömann, geb. 28. August 1865 zu Allendorf bei Haiger.
Er war Kaufmann in Hachenburg und später in Marienberg, wo er ein Gemischtwaren- und zuletzt ein Manufakturwarengeschäft betrieb. Am 28. Juli 1915 starb er. Sie folgte ihm am 1. Januar 1927 im Tode. Das Geschäft wird von den Söhnen Hermann, Alfred und Carl als offene Handelsgesellschaft weitergeführt und ist von ihnen im Laufe der Jahre bedeutend erweitert worden.

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