Geschichte(n) aus Marienberg

Inmitten des geographischen Westerwaldes, der von den Flüssen Rhein, Sieg und Lahn umrahmt ist, liegt Bad Marienberg im Hohen Westerwald. Der Grundgebirgssockel aus Schiefer entstand vor mehr als 350 Mio. Jahren aus den Ablagerungen eines devonzeitlichen Meeres, die bis in eine Tiefe von ca. 5000 Meter reichen.

Durch den Vulkanismus im Tertiär, vor etwa 25 Mio. Jahren bildeten sich bis zu 100 m starke, mehr oder weniger zusammenhängende Basaltdecken, die nur vereinzelt, so zur Marienberger Höhe hin, durch eine Devonquarzitoberfläche unterbrochen sind. Im Miozän bildeten sich in Einsenkungen aus versunkenen subtropischen Wäldern Braunkohle. In den Hanglagen der Wälder um Bad Marienberg fallen mächtige Basaltblockfelder auf. Es sind Rutschmassen, die während der Eiszeit von den Basaltdecken abgeglitten sind und hier am Plateaurand das Devonfundament überlappen. Mit 657 m ü. NN ist die Fuchskaute die höchste Erhebung des Westerwaldes. Auf der Marienberger Höhe werden 567,5 m erreicht.

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Die Brückenmühle in Marienberg

Die Tochter von Michel Steup und seiner Frau Anna, geb. Müller wurde um 1608 geboren, hieß Lehna (Magdalena) und starb bereits 1647. Sie war mit dem Schultheißen Christoffel Baum zu Marienberg verheiratet, der sich nach ihrem Tod wiederverheiratete und 1666 starb. Sein Großvater, Bauer, Unterschultheiß, Schultheiß und Wirt Hans Baum zu Marienberg, bediente sich 1615 eines Siegels mit einem Tannenbaum. Die Urkunde vom 4. September 1615, auf welcher der Abdruck des Siegels angebracht ist, befindet sich in Archivakten der Gemeinden Bach und Pfuhl aus den Jahren 1587 - 1740. Ebenso war sein Vater, Bäst Baum, Schultheiß gewesen. Großvater, Vater und Sohn hatten nacheinander, nahezu hundert Jahre lang, das Schultheißenamt im Kirchspiel Marienberg verwaltet und in dieser Zeit der Herrschaft schätzenswerte Dienste geleistet.

 Nach dem Tod von Johann Heinrich Steup wurde, auf Vorschlag von Amtmann von der Mühlen zu Beilstein, sein Bruder Johann Tönges Steup zum Heimberger des Kirchspiels Marienberg ernannt. Der Amtmann schrieb damals an den Landesfürsten:

Hochwohlgebohrener Freiherr, hochedelgeborener Herr pp.

An heute erhalte den Bericht, daß der Kirchspiels-Heimberger Steupp zu Illfurth an seiner langwierigen Krankheit nach Hinterlassung des Weibes und vier unmündigen Kindern (maaßen das 5te, als das älteste, vor 14 Tagen an der in denen 

Matthias Steup lebte als Landmann und Wirt zu Marienberg, geb. 22. September 1793, verh. seit 14. Dezember 1815 mit Anna Elisabeth Steup, Tochter des verst. Christ Steup und seiner Ehefrau Anna Margarete, geb. Giel in Hof. Er starb am 27. Oktober 1841 in Marienberg; seine Ehefrau folgte ihm am 28. Oktober 1856 im Tode, 59 Jahre alt.

Ihre Tochter Johannette Karolie Steup, geb. 25. Mai 1819, ist seit 13. Januar 1839 mit dem Bauern Henrich Wilhelm Giel zu Marienberg verheiratet. Sie ist gestorben am 1. August 1852 in Marienberg.

Ihr Wohnhaus in der Kirchstraße ging nachher in den Besitz des Landmanns Gustav Habel in Marienberg über und wurde bei dem großen Brand von Ober-Marienberg am 18. Juli 1874 ein Raub der Flammen.

Der Neubau, in dem Emil Steup (Verfasser der Familiengeschichte) das Licht der Welt erblickte, wurde durch die vorgenommene Konsolidation der Brandstätte an anderer Stelle der Kirchstraße errichtet und trägt jetzt die Nummer 1 dieser Straße. 1885 wurden die Wirtschaftsgebäude des Hauses zu Wohnräumen umgebaut. Für den landwirtschaftlichen Betrieb benutzte man von nun ab als Stallung und Scheune die nahegelegene alte Pfarrscheuer, die im Juli 1874 bei dem großen Brand Ober-Marienbergs von dem Flammenmeer verschont geblieben war.

Johann Christian Steup war nassauischer Soldat, später Land- und Bergmann zu Marienberg, geb. am 8. Januar 1800, verh. seit 4. Februar 1827 mit Christine Elisabethe Winchenbach, geb. 17. Januar 1797, Tochter des Schreiners Friedrich Carl Winchenbach und der Anna Magdalena Wengenroth zu Marienberg. Die vorehelich geborenen drei Kinder wurden nachträglich von ihm anerkannt.

Sie waren also zur Welt gekommen, ohne daß die Eheleute ordnungsmäßig getraut waren. Das mag auf die Bestimmung der nassauischen Regierung zurückzuführen sein, nach welcher den ausgehobenen und für sechs Jahre dienstverpflichteten Soldaten die Eheerlaubnis erst dann erteilt wurde, wenn das Heiratsgut beisammen war. Wir sehen somit hier und in vielen anderen Fällen, daß sich die Liebenden trotz der behördlichen Anordnung nicht daran hindern ließen, auch ohne diese Einwilligung wie Mann und Frau zusammenzuleben und Kinder zu erzeugen.

Wilhelm Steup lebte als Schreinermeister zu Marienberg, geb. 14. Mai 1818, verh. seit 21. Januar 1877 mit Christine Amalie Wengenroth, geb. 25. März 1857, Tochter des Schmiedemeisters Adolf Wengenroth und der Karoline Margarete Steup zu Großseifen. Sie entschlief am 26. Februar 1902 in Marienberg. Er hat bei der Infanterie in Mainz gedient und starb am 18. Februar 1929 in Marienberg, 80 Jahre alt. Im Volksmund hieß er "Korle Ahler" und war ein schwer zu behandelnder Mann, der mit vielen seiner Mitmenschen, selbst den eigenen Angehörigen in Unfrieden lebte.

Daniel Christian Steup lebte als Landmann, Feldgerichtsschöffe und Schreinermeister zu Marienberg, geb. 29. Juli 1823 zu Pfuhl, verh. seit 17. August 1851 mit Catharina Marie Schütz, geb. 23. Oktober 1827, Tochter des Müllers Anton Schütz und seiner Ehefrau Anna Marie, geb. Wengenroth von der Brückenmühle bei Marienberg. Er hat 1870 die Schreinerarbeiten in dem Schulanbau zu Marienberg (späterem Rathaus) ausgeführt, war Veteran von 1848 und starb am 20. September 1911 im Alter von 88 Jahren. Über sein Ableben schreibt die "Westerwälder Zeitung":

"Marienberg, den 22. 9.1911.
Heute wurde der älteste Veteran von hier, Herr Daniel Steup, welcher das hohe Alter von 88 Jahren erreicht hatte, zu Grabe getragen. Mit dem Entschlafenen ist unser letzter Mitkämpfer bei dem Bürgeraufstande in Baden, im Jahre 1848, ein allgemein geachteter Mann von biederem Charakter, zur ewigen Ruhe gegangen. Der Kriegerverein begleitete seinen ältesten Kameraden zur letzten Ruhestätte, und Mitglieder des Vereins trugen den Sarg vom Wagen ab auf den Friedhof. Im Namen des Vereins legte der Verbandsvorsitzende, Herr Bürgermeister Keßler, einen Kranz am Gabe nieder."
 

Seine Frau entschlief am 24. Mai 1901.

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