Geschichte(n) aus Nisterberg

Nisterberg wurde 1262 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte bis zum Jahr 1806 zur Grafschaft Sayn-Altenkirchen und zum Kirchspiel Daaden. Die Grafschaft Sayn-Altenkirchen kam 1791 auf dem Erbweg zu Preußen und wurde 1803 im Reichsdeputationshauptschluss dem Fürstentum Nassau-Usingen zugesprochen. 1806 traten die beiden nassauischen Fürsten dem napoleonischenRheinbund bei, sodass die Region von 1806 an zum Herzogtum Nassau gehörte. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen wurde das Gebiet der ehemaligen saynischen Grafschaften an das Königreich Preußen abgetreten.

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Vorfahren in Nisterberg

Johann Franz Steup Landmann zu Nisterberg, geb. am 3. Februar 1747 zu Bach, verh. seit 2. November 1764 mit Anna Elisabetha Giel, des Johannes Peter Giel ehelicher Tochter zu Nisterberg. Ihr Sohn Johann Heinrich wurde am 30. Juli 1776 geboren. Er machte die Befreiungskriege 1813/15 mit, war Mitkämpfer in der Schlacht bei Waterloo und Inhaber der Waterloo-Medaille. Letztere wurde ihm unterm 23. Dezember 1815 verliehen.

Die Verleihungsurkunde lautet:

"Dem

Heinrich Steup aus Nisterberg,

welcher am 18. Juni 1815,

dem Tage der Schlacht von Waterloo,

im Herzogl. Nassauischen II.Regiment als Soldat gestanden,

ist die Herzoglich Nassauische auf diese denkwürdige Schlacht geprägte Medaille

ertheilt und demselben zu mehrer Beglaubigung gegenwärtiges Attestat ausgefertigt worden.

 

Wiesbaden, den 23. Dezember 1815.

Herzogl. Nassauisches Kriegskollegium.

gez. v. Kruse."

Die Medaille wurde an einem dunkelblau gewässerten Band mit orangefarbener Einfassung auf der linken Brustseite getragen. Außerdem erhielt er die Waterloo-Gratification von 50 Gulden.

1834 wird in den Amtsblättern der Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf 1) folgender Steckbrief veröffentlicht:

 

Steckbrief gegen den Trainsoldat 2) Johann Anton Steup aus Nisterberg.

Der unten näher bezeichnete Trainsoldat Johann Anton Steup aus Nisterberg, Kreis Altenkirchen, ist am 6. Oktober d. J. von dem Pferdedepot Nr. 3  der Königl. 8ten Artillerie-Brigade aus dem Kantonnement Andernach entwichen.

Es werden demnach sämtliche Ortsbehörden unseres Verwaltungsbezirks hiermit aufgefordert, die auswärtigen aber ersucht, auf denselben ein wachsames Augenmerk zu richten, ihn im Betretungsfalle arretieren und unter sicherer Bedeckung an die Königl. 8ten Artillerie-Brigade in Koblenz abliefern zu lassen.

Düsseldorf, den 23. Oktober 1834