Geschichte(n) aus Stockhausen und Illfurth

Die Gemeinde Stockhausen-Illfurth liegt auf einer Höhenlage von ca. 480 Metern, die im Süden von der Großen Nister und im Norden von der Schwarzen Nister begrenzt wird. Der Sage nach entstanden die beiden Orte, als die fromme Ilse aus Seck auf ihrem Wallfahrtsweg zur Marienquelle in Marienberg eine Furt über die Nister fand (Ilsenfurt). Ihren Durst stillte sie am Stockbrunnen von Stockhausen. In Wirklichkeit weist der Name Stockhausen aber auf eine Gründung und Erstbesiedlung in der Periode des 6.-11. Jahrhunderts hin. Illfurth dürfte später entstanden sein. Im Jahre 1438 wird der Ort erstmals durch das Hubengericht erwähnt.

Die Zusammenlegung der einst selbständigen Gemeinden erfolgte im Jahre 1867, als der nun preußische Oberwesterwaldkreis nach der Okkupation Nassaus die Nachfolge des nassauischen Amtes Marienberg angetreten hatte.

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Stockhausen und Illfurth

Johann Henrich Steup war Bauer zu Illfurth, Schultheiß des Kirchspiels Marienberg und Kirchspiels-Heimberger, auch Kirchenältester, getauft Sonntag 5. Trinit 1698, verh. seit 3.5.1725 mit Anna Elisabeth Greb, Tochter des Bauers, Gerichtsschöffen und Kirchenältesten Johannes Greb und seiner Ehefrau Eva, geb. Denker zu Langenbach, mit der er 6 Söhne und 2 Töchter hatte. Davon starben 6 in jungen Jahren. Er starb am 1. Dezember 1741 in Illfurth, seine Ehefrau entschlief am 8. April 1759 ebendaselbst.

Er folgte seinem Vater im Schultheißenamt, das er vorerst kommissarisch verwaltete. 1723 wurde ihm die Führung dieses Amtes endgültig übertragen. Die Bestallungsurkunde lautet folgendermaßen:

„Bestallung zum Schultheiß.

Betr. Johann Henrich Steupen, Supplicant.

Nachdem Wir dem Supplicanten aus denen von unserer Vormundschaftlichen Regierung zu Dietz angeführten Ursachen die Schultheißen Bedienung im Kirchspiel Marienberg Ambts Beilstein gnädigst conferiert, die Helffte des riickstands an der Schultheißen Besoldung, so sein Vatter seel. gehabt a Vier Malter Korn, zwölf Malter Haffer und acht gülden an geld und zwar de anno 1716 an bis hierhin in Gnaden zugestanden haben. Alß befehlen Wir unser Vormundschaftlichen Regierung zu Dietz gnädigst, Verfügung zu thun, daß derselbe dem Kirchspiel als Schultheiß vorgestellet und ihme die Besoldung jährlich nebst der Helffte des rückstands de anno 1716 gegen Quittung verabfolget und gehörig berechnet werde.

Caßell, den 28. Dezember 1723

(gez.) Arnhold."

Johann Heinrich Steup wurde am 20.6.1743 in Illfurth geboren als Sohn des Johann Thönges und seiner zweiten Ehefrau Anna Elisabeth geb. Zehrung.

Er lebte als Bauer zu Großseifen und war auch Schultheiß des Kirchspiels Marienberg. Amt 17.7.1770 heiratete er seine erste Ehefrau Anna Gertraude Künkler, geb. 20.10.1744, des Johann Theis Künklers und der Anna Katharina Filger ehelicher Tochter zu Großseifen. Seine erste Frau starb am 15.1.1781.

In zweiter Ehe heiratete er am 17.11.1782 Anna Elisabeth Zehrung, geb. 23.2.1764, des Johann Henrich Zehrungs und der Anna Maria Held von Ritzhausen ehel. nachgelassener Tochter, die am 7.2.1827 starb.

Aus beiden Ehen waren fünf Söhne und zwei Töchter hervorgegangen.

Er besaß an Gebäuden und Landgütern (Acker- und Wiesenland) ein Vermögen von 4000 Gulden, war Präsident des Marienberger Kirchenrates und nahm zu der damaligen Zeit eine führende Stellung im Kirchspiel Marienberg ein. Als die nassauischen Lande unter der Franzosenherrschaft (1806) standen und später (1808) dem französischen Reiche einverleibt wurden, war er I. Adjunkt (Beigeordneter) der Mairie Marienberg. Dieses Amt bekleidete er bis zum 15.2.1813, mit welchem Zeitpunkt er seines vorgerückten Alters wegen freiwillig von dem Posten zurücktrat.

1814 mußte er nach einem veranlagten Grundsteuer-Soll von 44 Fr., 98 Cent und einem Personalsteuer - Soll von 8 Fr., 86 Cent, also nach einem Gesamtsteuer-Soll von 53 Fr., 84 Cent zu einer Extra-Kriegssteuer 12 fl. und 17 albus beisteuern.

Er starb am 19.8.1816, 74 Jahre alt, am Schlagfluß.

Johannes Steup lebte als Landmann in Illfurth, geb. 1.7.1764 zu Hof, verh. seit 20.12.1786 mit Anna Maria Greb, geb. 12.4.1767, Witwe des Johann Christ Greb von Langenbach und Tochter des verstorbenen Kirchspiels-Schultheißen Johannes Steup zu Illfurth. Die Eheleute lebten in günstigen Verhältnissen. Ihr Wohnhaus mit Wirtschaftsgebäuden hatte 1815 bei Aufnahme in das Brandsteuer-Kataster einen Wert von 1730 fl. 1814 war seine Witwe die begütertste und höchst besteuerte Einwohnerin von Illfurth und hatte nach einem veranlagten Grundsteuersoll von 82 Fr., 48 Cent und einem Personalsteuersoll von 12 Fr., 79 Cent, also nach einem Gesamtsteuersoll von 95 Fr., 27 Cent zu einer Extra-Kriegssteuer einen Beitrag von 22 fl., 6 alb. und 7 Pfg. zu leisten. Er starb am 9.1.1800 an der Auszehrung; sie folgte ihm am 16.5.1821 im Tode, 54 Jahre alt.

Die Tochter Anna Maria Steup war am 31. 8.1788 geboren und seit 18.11.1803 mit dem Landmann Gerlach Steup zu Illfurth verheiratet.

Daniel Ludwig Steup wurde am 03. September 1835 in Stockhausen als Sohn des Heinrich Steup und seiner Ehefrau Anna Maria, geb. Neeb, geboren. Am 26. November 1865 heiratete er Sophie Kray, geb. 10. März 1843, Tochter des Landmanns und Kirchenvorstehers Wilhelm Friedrich Kray und seiner Ehefrau Anna Elisabetha, geb. Pfeiffer zu Hof. Er starb am 19. Februar 1897 in Stockhausen, sie ist am 17. Dezember 1924 in Niederroßbach gestorben. Insgesamt 7 Kinder entsprossen der Verbindung.

Der Landmann Daniel Steup hatte Ostern 1862 dem Bürgermeister a.D. Wilhelm Kolb zu Marienberg mit einem Messer in die rechte Wange gestochen, wobei die Klinge abgebrochen war und das abgebrochene Stück in dem Wangenknochen des Klägers stecken blieb und erst im Februar 1878 ärztlich entdeckt und entfernt wurde. Infolge dieses Vorfalls war Wilhelm Kolb nach den Feststellungen des Gerichts fast 16 Jahre lang krank und häufig arbeitsunfähig gewesen, hatte teilweise starke Schmerzen erlitten und musste vielfach ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, auch sein Vermögen hatte Schaden genommen.

Johann Ludwig Steup wurde am 19.3.1864 zu Illfurth geboren als Sohn des Johann Christian Steup und seiner Ehefrau Wilhelmine geb. Kempf. Am 30.7.1887 heiratete er Henriette Zeiler, geb. 4.5.1859, Tochter des Landmanns und Baders Wilhelm Zeiler und seiner verst. Ehefrau Marianne, geb. Krumm zu Marienberg. Er starb am 21.10.1920. Sie folgte ihm am 5.2.1933, 73 Jahre alt, im Tode. Kinder sind:

Theodor Steup wurde am 02 Aug 1867 in Illfurth geboren, als Sohn des Henrich Ludwig Steup und seiner Ehefrau Emilie, geb. Wiederstein. Er arbeitete als Steiger zu Hamborn, später Betriebsführer zu Rescheid in der Eifel, lebte zuletzt im Ruhestand in Stockhausen.

Im Adressbuch für die Bürgermeisterei Hamborn von 1891 ist folgender Eintrag zu finden: Steup Theodor, Steiger, Buschstr. 47

Am 06.11.1894 verheiratete er sich mit Emma Sahm, geb. 12.07.1871, Tochter des Mahlmüllers Ludwig Sahm und seiner Ehefrau Adelheide, geb. Schmidt auf der Neumühle bei Marienberg.

Er hatte das Augenlicht gänzlich verloren und starb am 18.04.1945 in Stockhausen-Illfurth.

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