Johannes Gerhard Steup lebte als Bauer und Kirchenältester in Unnau, geb. 28. Mai 1708, verh. seit 12. März 1733 mit Christina Zeiler, geb. 1716, Tochter des Bauers und Heimbergers Hans Gerhard Zeiler 1) und der Catharina Schneider zu Unnau, mit der er 12 Kinder zeugte, von denen 6 in früher Jugend starben. Sein Schwiegervater wurde 1741 mit einem Grundbesitz von 40 Morgen und einem Viehbestand von 5 Pferden, 2 Zugochsen, 13 Kühen und 7 Rindern zur Steuer herangezogen. Er selbst bewirtschaftete 26 Morgen eigenes Land und mußte hiervon neben einem Viehbestand von 1 Pferd, 2 Zugochsen, 11 Kühen und 7 Rindern die Landessteuer entrichten. Er starb am 8. Mai 1773 in Unnau. Seine Ehefrau war ihm bereits am 21. April 1760 im Tod verausgegangen

Der Sohn Johann Bäst Steup wurde am 27. Juli 1740 in Unnau geboren.

Die Tochter Anna Elisabeth Steup, geb. 8. Dezember 1749 in Unnau, kam am 23. November 1762 zur Unterweisung in den Konfirmandenunterricht und heiratete am 24. Juli 1768 den Kirchspiels-Schuldiener (Lehrer) Johann Jost Pfeiffer zu Marienberg, getauft am 23. Dezember 1729, des gewesenen Schulmeisters Johann Jakob Pfeiffer ehelichen Sohn zu Marienberg. 

Johann Jost Pfeiffer, folgte seinem Vater im Amt des Schulmeisters und schrieb seinen Namen fortab unterschiedlich von anderen Namensträgern der gleichen Sippe nicht mehr mit ff, sondern nur mit f. Er starb am 16. September 1810 im 81. Lebensjahr an der Wassersucht zu Marienberg, nachdem er 42 Jahre lang Schullehrer gewesen war. Nachfolger von ihm wurde sein gleichnamiger Sohn Johann Jost Pfeifer, der ihn schon viele Jahre vorher unterstützt und vertreten hatte, also bereits bei Lebzeiten seines Vaters Verwalter der Stelle gewesen war, mit deren Versehung ihn nunmehr die damalige Groß herzoglich Bergische Präfektur zu Dillenburg provisorisch (vorläufig) beauftragte. Er versah die Schulstelle bis zum 1. April 1816, mit welchem Zeitpunkt sie dem Schullehrer Johann Martin Kopper zu Unnau von dem Fürstl. Consistorium in Dillenburg endgültig übertragen wurde, obwohl er gegen dessen Anstellung in Marienberg bei der Herzogl. Nass. Landesregierung in Wiesbaden und dem Herzoglichen Staatsministerium daselbst Einspruch erhob, aber ohne Erfolg. Infolgedessen gab er den Lehrerberuf auf, wurde Landwirt und widmete sich für die Folge lediglich seiner bisher nebenbei in Marienberg betriebenen Landwirtschaft und Kreditgeschäften, die ihn voll und ganz in Anspruch nahmen. Davon zeugt die von seinem Vater angelegte und von ihm fortgeführte Familienchronik, die sich noch heute im Besitz des Landwirts Hermann Weber in Marienberg befindet und die zugleich als Handbuch für die ausgeliehenen Gelder diente. Großvater, Vater und Sohn hatten also nacheinander nahezu 100 Jahre lang im Schulamt gestanden und während dieser Zeit in Marienberg und im Kirchspiel Marienberg segensreich gewirkt.

 

Der Vater von Johann Jost, Johann Jakob Pfeiffer, war 1718 als Schulmeister von Ritzhausen nach Marienberg gekommen. Die Berufungsurkunde (Bestallung) hat folgenden Wortlaut

"Bestallung des Schullehrers Johann Jakob Pfeiffer zum Kirchspielsschuldiener zu Marienberg 1718.

Nachdem Fürstl. Vormal. Consistorium zeitigem Schuldiener zu Ritzhausen Johann Jakob Pfeiffern den Kirchspiels-Schuldienst zu Marienberg conferiret. Alß wird dasigem Pfarrer Ehren Birlenbach, und wen es sonsten angeht, befohlen, bemelten Schuldiener der Gemeinde gewöhnlicher Maßen vorzustellen, denselben zu Verrichtungen seines Dienstes anzuweisen, und Ihme die völlige Schuleinkünfte ohne einige Außnahme angedeyen zu lassen.

D.(atum) im C. Dietz, den 2ten Xber (Dezember) 1718.

Besonderlich außzufertigen. folgen Unterschriften.

Er stammte von Nenderoth im Dillkreis, wo er 1696 (get. 27. November 1696) geboren wurde. Am 18. Mai 1719 auf Himmelfahrtstag heiratete er Anna Maria Meuser, geb. 17. Juli 1698, Tochter des Bauers Bäst (Sebastian) Meuser und seiner Ehefrau Sophia, geb. Jung zu Odersberg. 1741 wurde er mit einem Grundbesitz von 11 Morgen und mit einem Viehbestand von 2 Zugochsen, 5 Kühen, 1 Rind und 1 Schwein zur Landessteuer herangezogen. Er starb am 8. Oktober 1772 in Marienberg im Alter von 75 Jahren. Seine Ehefrau war ihm am 6. Dezember 1771, nahezu 73 Jahre alt, im Tod vorausgegangen.

 

Sein Vater war der Bauer Johann Jost Pfeiffer zu Nenderoth, geb. 1668 (get. 6. Dezember 1668), der am 7. Dezember 1692 Anna Magdalena Kolb aus Nenderoth heiratete. Sie wurde um 1670 als Tochter des damaligen Pfarrers Johann Philipp Kolb (1660-1706) in Nenderoth, gebürtig aus Dillenburg, und seiner Ehefrau Maria Juliana Schneider (Sartor) geboren. Letztere war die Tochter des Löhnberger, späteren Beilsteiner Kellers (Rentmeisters) Schneider (Sartor). Sie starb am 14. Januar 1706 in Nenderoth, nachdem sie 44 Jahre und 4 Monate im Ehestand gelebt hatte, und wurde in der Kirche zu Nenderoth beigesetzt. Johann Jost, der am 24. Juni 1733 in Nenderoth starb, und dessen Ehefrau schon vor ihm, am 18. März 1726 ebenda das Zeitliche gesegnet hatte, übernahm bei der Taufe des 6. Kindes seines Sohnes Johann Jakob Pfeiffer am 23. Dezember 1729 in Marienberg, dem späteren Schulmeister in Marienberg, als Großvater die Gevatterschaft. Zugleich stand seine Schwiegermutter Anna Sophia, Johann Bäst Meusers Wittib aus Odersberg bei ihrem Enkelkind, also als Großmutter, Patin. Beide sind als Pate und Patin (Taufzeugen) im Marienberger Kirchenbuch eingetragen.

Bei der Taufe des 5. Kindes (1727) des Schulmeisters Johann Jakob Pfeiffer erscheinen als Taufzeugen: "Johann Christ Pfeiffer, Stoffel Pfeiffers Sohn von Arborn und Anna Catharina, Jost Pfeiffers Tochter von Nenderoth". Das Kind  erhielt den Namen Johann Christian. Daraus wird offenkundig, daß Schulmeister Johann Jakob Pfeiffer der Pfeiffersippe im Kirchspiel Nenderoth angehörte, daß er auch in naher verwandtschaftlicher Beziehung zu den Pfeiffers in Arborn stand und zweifellos ein Nachkomme des Bauers Stoffel (Christoffel) Pfeiffer daselbst war, der von Hof stammte. Das wird noch dadurch bestätigt, daß bei der Taufe des 2. Kindes Johann Jakob Pfeiffers (1721) die Ehefrau Enge (Anna) des Bauers Christoffel Rübsamen zu Marienberg und bei der des 4. Kindes Johann Henrich (1725) der Bauer Johann (Hans) Henrich Rübsamen zu Marienberg Taufzeugen waren und die Gevatterschaft übernahmen.

Christoffel und Johann Henrich Rübsamen waren Söhne des Bauern Johann Tönges (Anton) Rübsamen zu Marienberg, der ein Sohn des Bauers, Wirts und Kirchenältesten Simon Rübsamen in Hof war und am 4. Sonntag nach Trinitatis 1668 Anna Ostermann, Tochter des verst. Bauers Jakob Ostermann (alias Scholl) zu Marienberg, geheiratet hatte, wohin er später von Hof verzog.

Simon Rübsamen war der Schwager von Stoffel Pfeiffer zu Arborn, gebürtig aus Hof. Damit dürfte der Beweis über den Zusammenhang der Pfeiffersippe in Hof mit der im Kirchspiel Nenderoth erbracht und die Zusammengehörigkeit der beiderseitigen Familien geklärt sein, wie wir dies auch aus den nachfolgenden Ausführungen ersehen werden.

Thönges Pfeiffer war um 1580 geboren und der Sohn des Bauers und Schultheißen Thomas Pfeiffer zu Hof, geboren um 1550, der ein Nachkomme des um 1390 geborenen Bauers Peter Pfeiffer zu Hof war.

Stoffel Pfeiffer war aus Hof gebürtig, um 1600 geboren und der Sohn des Bauers und Wirts Thönges Pfeiffer in Hof. 1659 veräußerte er seinen gesamten Grundbesitz zu Hof an seinen Schwager, den Bauer, Wirt und Kirchenältesten Simon Rübsamen in Hof, gebürtig aus Holzhausen im Hickengrund, der am 10. Januar 1637 in Dresseindorf seine Schwester Anna Katharina Pfeiffer, geb. um 1612, Witwe des Bauers Dönges Weygel (Weyel, Weyl, Weil) zu Stein geheiratet hatte, für 50 Rädergulden. Der Kaufbrief vom 8. Dezember 1659 ist im Marienberger Gerichtsbuch (1617 u.ff.) niedergeschrieben. Von gleichem Zeitpunkt ab bewirtschaftete er wieder seine eigenen Güter in Arborn im Dillkreis. Die Sterbedaten der Eheleute Stoffel Pfeiffer, die offenbar bei einem ihrer auswärtigen Kinder gestorben sind, konnten nicht ermittelt werden.

Der Vater des Bauers Johann Jost Pfeiffer war nach den Feststellungen im Nenderother Kirchenbuch der Bauer und Kirchenälteste Johann Theis (Matthias) Pfeiffer zu Arborn, geboren um 1638, der am 12. März 1661 Ann Elsbeth Lill von Daubhausen heiratete und am 10. April 1723, 85 Jahre alt, in Arborn starb, wo auch seine Ehefrau vor ihm am 11. Mai 1714 gestorben war. Er war der Sohn des Bauers Stoffel Pfeiffer zu Arborn, der sich am 20. Oktober 1619 mit "Cathrin, Henches Christgen relicta filia (nachgelassenen Tochter) zue Arborn" verheiratet hatte. Die Trauung erfolgte in Hof (zum Hoff). Damals war er gräflicher Hofmann in Beilstein. Als solcher hatte er die herrschaftlichen Güter und Ländereien zu verwalten. Später (1654) treffen wir ihn in gleicher Eigenschaft in Emmerichenhain an.

Die Ehefrau des Johann Jost Pfeiffers, Anna Elisabeth, geb. Steup, starb am 3. Juli 1811 in Marienberg, nahezu 62 Jahre alt.

Aus der Ehe gingen folgende Nachfahren hervor:

  • Johann Jost Pfeiffer, geboren 5. April 1772 in Marienberg, erst Schullehrer in Marienberg bis 1. April 1816, dann Landwirt daselbst, wo er am 14. November 1840, ledigen Standes, starb. Er war 1814 der begütertste und höchstbesteuerte Bürger von Marienberg. Auf Grund einer Steuerliste aus diesem Jahre mußte er nach einem veranlagten Grundsteuersoll von 75 Fr., 31 Cent und einem Personalsteuersoll von 12 Fr., 79 Cent, also nach einem Gesamtsteuersoll von 88 Fr., 10 Cent zu einer Extra-Kriegssteuer einen Beitrag von 20 fl. und 17 albus leisten.
  • Johannes Pfeiffer, geb. 19. Juli 1778 in Marienberg, Landwirt in Marienberg, verh. seit 14. April 1799 mit Anna Maria Müller, geb. 16. September 1779 in Großseifen, Tochter des Bauern Johann Henrich Müller und seiner Ehefrau Anna Katharina, geb. Seiler zu Großseifen. Die Trauung fand im Hause statt, wofür 5 Gulden ins Waisenhaus nach Diez gezahlt werden mußten. Er war auch Präsident des Bauernstandes (der Bauernschaft) im Kirchspiel Marienberg und starb am 18. Mai 1852 in Marienberg. Seine Ehefrau hatte schon am 9. Januar 1851 das Zeitliche gesegnet.
    1. Die Tochter Katharina Pfeiffer, geb. 5. April 1805 in Marienberg, starb daselbst am 11. Oktober 1809.
    2. Die Tochter Elisabeth Pfeiffer, welche am 12. März 1813 geboren wurde und unverheiratet blieb, starb am 29. Mai 1840 in Marienberg.
    3. Anna Maria Pfeiffer, geb. 11. April 1807, verh. seit 25. Mai 1823 mit dem Rotgerber und Gastwirt Christian Ludwig Schnell zu Marienberg, der am 25. Juni 1794 in Langenbach bei Hachenburg geboren wurde und am 20. November 1848 in Marienberg starb. Sie folgte ihm am 1. Februar 1870 im Tod. Die Ehe blieb kinderlos.
    4. Christine Pfeiffer, geb. 30. April 1810, verh. seit 5. August 1827 mit dem Landmann Johann Martin Weber zu Hardt, gebürtig aus Langenbach bei Marienberg, Sohn des Johann Matthias Weber und seiner Ehefrau Anna Maria, geb. Weber, Landleute zu Langenbach. Er starb am 22. Februar 1842 in Marienberg, sie verschied am 11. April 1842 ebendaselbst.
    5. Daniel Pfeiffer, geb. 3. Januar 1816, Landmann in Marienberg, verheiratet seit 29. Januar 1841 mit Auguste Amalie Steup; er starb am 28. Januar 1849; sie heiratete zum zweiten Mal am 13. Juni 1856 ihren Schwager, den verwitweten Landwirt Heinrich Wilhelm Giel zu Marienberg.
      1. Der Sohn Albert Pfeiffer aus erster Ehe, geboren 8. Mai 1845 in Marienberg, gestorben daselbst am 30. November 1918, 73 Jahre alt, betrieb eine ausgedehnte Landwirtschaft in Marienberg von etwa 80 Morgen und wohnte in dem ihm durch Erbschaft zugefallenen Schnell'schen Hause an der Ecke der Wilhelmstraße gegenüber dem einstigen Amthaus (Landratsamt) und der früheren Receptur, nachmaligen Kreiskasse. Aus seiner Ehe mit Marianne Häbel, geb. 5. Januar 1850, Tochter des Landwirts Anton Häbel und seiner Ehefrau Elisabethe, geb. Lindorf zu Marienberg, gingen folgende Kinder hervor:
        1. Carl Pfeiffer, geb. 14. September 1870 in Marienberg, gest. 12. Juli 1939 in Langenbach, Landwirt und Branntweinbrenner in Langenbach bei Marienberg, verh. seit 19. November 1899 mit Emilie Weber (Ihr Bruder Karl Weber war zuletzt Oberlandesgerichtsrat in Düsseldorf. wo er am 13. März 1934 starb), Tochter des Landmanns und Branntweinbrenners Wilhelm Weber und seiner Ehefrau Juliane Henriette, geb. Weyand in Langenbach.
          1. Ihr Sohn Hugo Karl Pfeiffer wurde am 2. April 1902 geboren. Er hat den väterlichen Besitz übernommen und ist seit 28. Juli 1928 mit Frieda Otterbach, geb. 27. Oktober 1901, Tochter des Landwirts Wilhelm Otterbach und seiner Ehefrau Emilie geb. Klöckner zu IlIfurth, verheiratet.
            1. Der Ehe entsprossen der Sohn Horst Albert Pfeiffer, geb. 4. August 1929.
            2. und die Tochter Elfriede Emilie Pfeiffer, geb. 27. Oktober 1934 in Langenbach, die sich am 2. Mai 1953 mit Helmut Gelhausen aus Mudenbach verlobt und ihn am 27. Juni 1953 in Kroppach (Nr. 12/53) geheiratet hat.
        1. Emilie Pfeiffer, geb. am 14. August 1872, verh. seit 8. April 1892 mit dem Lehrer Ernst Schuster, der als solcher zuletzt in Wiesbaden-Schierstein am Rhein stand, wo er am 6. Juni 1916 starb. Sie zog wieder nach Marienberg und lebte im elterlichen Hause. Hier starb sie am 25. Juli 1927. Ihre Leiche wurde nach Wiesbaden-Schierstein Überführt und dort an der Seite ihres Ehegatten beigesetzt.
          1. Die Tochter Hilda Maria Schuster, geb. 27. August 1894 zu Großseifen, ist mit dem Justiz-Obersekretär, jetzigen Justizoberinspektor Heinrich Racky in Wiesbaden, verheiratet.
            1. Der Sohn Ernst-August Racky wird am 1. September 1919 in Wiesbaden-Schierstein geboren. Am 1. Oktober 1938 tritt er als Offiziersanwärter in die Kriegsmarine ein wird am 1. Juli 1939 zum Seekadet, am 1. Dezember 1939 zum Fähnrich, am 1. August 1940 zum Oberfähnrich, am 1.April 1941 zum Leutnant zur See und am 1. Januar 1943 zum Oberleutnant zur See befördert. Er bildet U-Boot Besatzungen aus und ist Kommandant von verschiedenen U-Booten. Vom 1. April 1943 bis 22. Oktober 1943 war er Kommandant von U-52, vom 27. Oktober 1943 bis 15. Oktober 1944  von U-429, vom 23. Dezember 1944 bis zum 2. Mai 1945 war er Kommandant von U-3019. 1947 studierte er Philologie an der Universität Mainz.
            2. Ihr jüngster Sohn Erich Schuster, geb. am 12. Februar 1898 in Großseifen, heiratete im Jahre 1922 Johanna Irmgard Fabel, geb. 28. Juni 1904, Tochter des verstorbenen Amtsgerichtsrats Ernst Ludwig Fabel zu Marienberg. Er besuchte von 1904 bis 1908 die Volksschule in Hachenburg, an der sein Vater damals als Hauptlehrer wirkte, und von 1908 bis 1914 das humanistische Gymnasium in Wiesbaden. Am 11. September 1914 trat er als Fahnenjunker in das 11. Nass. Inf. Regiment Nr. 88 in Mainz ein, wurde zum Leutnant befördert und machte den ersten Weltkrieg 1914-18, in dem er dreimal verwundet wurde, bis zu seinem Ende mit. Am 9. April 1920 nahm er als Oberleutnant seinen Abschied und studierte anschließend von 1921 bis 1927 an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Bonn a. Rh., an der er das Staatsexamen als Diplom-Landwirt ablegte. Seit 1928 war er geschäftsführender Vorsitzender im Reichsverband Akademischer Kriegsteilnehmer, e. V. München. Im zweiten Weltkrieg (1939/45) wurde er 1940 wieder zur Wehrmacht eingezogen, zum Hauptmann befördert und fand als Wehrmachtsfürsorge-Offizier in Köln, Bonn, Düren und Duisburg bis zu seinem Wiederauscheiden im Juni 1945 Verwendung. Die letzten zwei Monate war er noch in Kriegsgefangenschaft geraten. Jetzt hält er sich wieder in Bonn a. Rh. auf. Er ist im Besitz des EK II und I, der Hess. Tapferkeits-Medaille, des Verwundeten-Abzeichens in Silber und des Frontkämpferehrenkreuzes mit Schwertern.
              1. Aus der Ehe ging 1923 die Tochter Erika Schuster hervor, die sich 1945/46 dem Studium der Philologie an der Universität Bonn a. Rhein widmete.
          2. Ernst Schuster, geb. am 4. Januar 1893 in Großseifen, studierte Theologie und fiel als Pionierleutnant im ersten Weltkrieg im Dezember 1917 im Westen. Er war Inhaber des EK II. und I.
        2. Auguste Pfeiffer, geb. 4. Januar 1875, verh. seit 31. Mai 1898 mit dem Bäckermeister, Gast- und Landwirt Carl Ferger in Marienberg, der 1873 geboren war und am 3. September 1924 starb. Sie folgte ihm im Tode am 28. Februar 1951, 76 Jahre alt.
          1. Der Sohn Erwin Hermann Ferger, geb. 9. Juli 1903, starb am 13. März 1919 in Marienberg.
          2. Von den Töchtern ist Frieda Ernestine Ferger, geb. 4. Juni 1900, seit 16. April 1924 mit dem Steiger, späteren Betriebsführer Hch. Alhäuser in Altenseelbach, gebürtig aus Sörth (Krs. Altenkirchen) verheiratet.
          3. Die andere Tochter Meta Ferger, geb. 5. August 1901, hat am 12. November 1927 den Landwirt und späteren Oberstfeldmeister2) Gustav Ludwig Franz, geb. 30. Mai 1896 in Alpenrod, wohnhaft in Marienberg, geheiratet. Durch den unglücklichen Ausgang des zweiten Weltkrieges hat er seine Stellung verloren und beschäftigt sich jetzt wieder in seiner Landwirtschaft in Marienberg.
          4. Der Ehe entsprossen der Sohn Alfred Karl Franz, geb. 2. Juli 1929 in Marienberg, und die Tochter Gertrud Christel Franz, geb. 5. September 1933 in Marienberg. Der Sohn hat im Herbst 1946 an der Mittelschule in Marienberg die Abschlußprüfung bestanden und im Winter 1946/47 die Landwirtschaftliche Winterschule in Hachenburg besucht. Später war er eine Zeitlang im Bürodienst auf einer Grube bei Hergenrod in der Nähe von Westerburg beschäftigt und half in der Freizeit seinem Vater in der Landwirtschaft, der außer der "Gastwirtschaft zur schönen Aussicht" und der Landwirtschaft auch eine Fremdenpension in Marienberg betreibt, die er 1953 durch An- und Umbau des Hauses für den Kurbetrieb zweckdienlicher hat herrichten lassen unter der Zusatzbezeichnung: "Zu den Bergterrassen ".
        3. Hermann Pfeiffer, geb. 13. Januar 1880, Landwirt in Marienberg, verh. seit 3. April 1915 mit Emma Groß, geb. 2. Mai 1891 zu Langenbach, Tochter des Landmanns Wilhelm Groß und seiner Ehefrau Karoline, geb. Müller zu Langenbach. Er wurde im ersten Weltkrieg zum Kriegsdienst eingezogen und starb am 17. Oktober 1917 im Kriegslazarett 58 in Sarat in Rumänien an einer Magenerkrankung.
          1. Aus der Ehe ging die am 9. Januar 1916 in Marienberg geborene Tochter Gerda Emma Pfeiffer hervor, welche seit 19. Juni 1937 mit dem Lehrer Heinrich Lepper in Niederkleen bei Butzbach (Hessen), früher in Marienberg, verheiratet ist. Er wurde am 3. Januar 1911 in Königsberg bei Wetzlar geboren. Mit ihm hat sie drei Söhne.
        4. Albert Pfeiffer, geb. 11. Januar 1882, Landwirt in Marienberg, verh. seit 24. März 1923 mit Erna Auguste Schütz aus Unnau, geb. 18. Oktober 1899 in Unnau, Tochter des Landmanns Karl Schütz III. und seiner Ehefrau Ottilie Juliane, geb. Schneider zu Unnau. Er lebte im elterlichen Haus, das ihm zur Hälfte im Erbgang zugefallen war, und betrieb auf dem ererbten Teil des väterlichen Grundbesitzes Landwirtschaft. Am 2. April 1935 starb er.
          1. Aus der Ehe ging der Sohn Hugo Pfeiffer, geb. 23. April 1926 hervor. Er starb im zweiten Weltkrieg am 21. Februar 1944 zu Tours in Frankreich, wo er im Reichsarbeitsdienst eingesetzt war.
          2. und die Tochter Renate Irmgard Pfeiffer, geb. 16. Januar 1933.

Die Mutter entschlief am 21. Oktober 1949 in Marienberg.

        1. Emil Pfeiffer, geb. 30. Juni 1884, Kaufmann in Marienberg, verh. seit 19. Juni 1920 mit Wilhelmine (Minna) Lauterbach, geb. 19. September 1898 zu Kundert, Tochter des Bergwerksunternehmers Ludwig Lauterbach und seiner Ehefrau Lina, geb. Schneider, wohnhaft zu Marienberg. Er hatte das Carl Zitzer'sche Haus käuflich erworben und führte das in demselben betriebene Lebensmittel- und Gemischtwarengeschäft in vergrößertem Umfang weiter. Durch unkluges und nicht zu billigendes Geschäftsgebaren geriet das Geschäft später in Verfall, und er betreibt jetzt in der vorderen, ihm verbliebenen Hälfte seines Hauses in der Wilhelmstraße, gegenüber der Kreissparkasse, eine gutgehende Fremdenpension. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.
          1. Liesel Pfeiffer geb. 17. September 1921, verheiratete sich am 11. März 1941 mit dem Kaufmann Peter Josef Eschweiler, geb. 3. Mai 1910 in Bonn a. Rh., wohnhaft in Marienberg. Er war im Büro der Westerwaldbrüche in Marienberg beschäftigt und wurde infolge Reklamation erst am 3. Juni 1942 zum Kriegsdienst eingezogen. Seit 10. August 1944 galt er in Frankreich, wo er bei den schweren Invasionskämpfen in der Normandie eingesetzt war, als vermißt. Dort kämpfte er im Verband eines Grenadier-Regiments als Unteroffizier und war im Besitz des Kriegsverdienstkreuzes II. mit Schwertern. Die Ehefrau erhielt Ende Januar 1948 vom Internationalen Roten Kreuz in Genf, Zweigstelle Berlin, unter Übersendung der Erkennungsmarke die amtliche Nachricht, daß er im August 1944 in Frankreich gefallen sei. Der Todesfall wurde im Mai 1948 im Sterberegister des Marienberger Standesamtes beurkundet. Die Witwe war im Postdienst auf dem Postamt Marienberg tätig und ist in zweiter Ehe seit 20. Dezember 1949 mit dem Kaufmann und Witwer Oskar Ernst Nikoleit zu Hachenburg, geb. 25. Februar 1916 in Danzig-Langfuhr, verheiratet.
          2. Ihre Schwester Lore Pfeiffer geb. am 20. Januar 1928 ging am 27. Mai 1950 in Marienberg mit dem Schreiner Roland Günter Kasper die Ehe ein, der am 12. Juni 1925 zu Neugersdorf als Sohn des Fabrikanten Max Erwin Kasper und seiner Ehefrau Dora Hildegard Lindner geboren wurde. Seine Eltern wohnen jetzt in Marienberg, wo sie eine Fabrik für Büromöbel betreiben. In dem Werk ist auch der Sohn beschäftigt, dessen Ehe am 16. November 1950 in Marienberg der Sohn Thomas Oskar Kasper entsproß, dem am 5. August 1953 der Sohn Andreas Wolfgang Kasper folgte.
 
 

1) Dieser Familie entstammt auch Johann Zeiler. den wir 1563 als ersten evangelischen Pfarrer in Marienberg antreffen. Er war um 1527 geboren, noch in Trier ordiniert worden und später Pfarrer auf der Neukirch, wo er um 1600 starb. Sein Sohn Johannes war ebenfalls Pfarrer und mußte am 1. Juni 1631 bei Wiedereinführung der katholischen Religion in der Grafschaft Hadamar seine Stelle in Rotzenhahn (jetzt Rotenhain) verlassen, da er den ihm nahegelegten Glaubenswechsel ablehnte. Der in dem Weistum des Emmerichenhainer Landgerichts vom 18. Juni 1557 erwähnte Gerichtsschöffe "Zeylers Hannes zum Stein", geb. um 1480, war der Bruder des Bauers und Schultheißen Christgin Zeiler zu Marienberg, welch' letzterer um 1490 geboren wurde und der Vater des Pfarrers Johann Zeiler, zuletzt auf der Neukirch, war.

2) Oberstfeldmeister war ein Dienstrang im Reichsarbeitsdienst (entspricht Hauptmann). Der Reichsarbeitsdienst (abgekürzt RAD) war eine Organisation des nationalsozialistischen Machtapparates im Deutschen Reich der Jahre 1933-1945. Ab Juni 1935 musste dort jeder junge Mann eine sechsmonatige, dem Wehrdienst vorgelagerte Arbeitspflicht im Rahmen eines Arbeitsdienstes ableisten. Ab dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsarbeitsdienst auf die weibliche Jugend ausgedehnt.

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