Otto Steup wurde am 7. Juni 1892 in München-Gladbach geboren. Er besuchte von 1898-1906 nacheinander die Volksschule und das Gymnasium in München-Gladbach. Anschließend wurde er bis 1911 als Textilarbeiter beschäftigt, um dann (1911-1912) die höhere Fachschule für Textilindustrie in München-Gladbach zu besuchen. Von 1912-1914 und von 1918-1936 war er als Betriebsassistent, Betriebsleiter und Direktor in verschiedenen Tuchfabriken in München-Gladbach, Forst in der Lausitz, Euskirchen und in Liestal in der Schweiz, Kanton Baselland, tätig. Von 1936-1945 leitete er als Fabrikdirektor die Wolldeckenfabrik Zoeppritz AG. in Heidenheim a.d. Brenz-Mergelstetten (Württemberg) und wurde am 28. April 1945 von den Amerikanern als Kreiswirtschaftsberater festgenommen, Seit dieser Zeit befand er sich nacheinander in den Internierungslagern Böhl, Ludwigsburg, Garmisch und Moosburg in Oberbayern, wo er den Sohn Erich des Verfassers kennen lernte, Kornwestheim und zuletzt wieder im Lager Ludwigsburg, aus dem er am 5. August 1947 entlassen wurde. Im ersten Weltkrieg stand er von 1915-1913 als Kanonier beim Feldartillerie-Regiment Nr. 84 im Felde.

Er ist seit dem 18. Oktober 1921 mit Maria Dickmann, geb. 16. Januar 1891 in München-Gladbach, verheiratet. Aus der Ehe ging der Sohn Hans Ludwig Steup, geb. 11. November 1922 zu Forst in der Lausitz hervor. Er genoß seine Ausbildung in der Schweiz, wo sich seine Eltern damals (1925-1936) aufhielten, später in Heidenheim (Brenz) und anschließend in Schelklingen bei Blaubeuren. Dort weilte er in der Urspringschule (1937-1939) im Internat. Von 1939-1942 war er Textil-Lehrling in der Wolldeckenfabrik Zoeppritz AG in Heidenheim-Mergelstetten. Er trat dann bei der Wehrmacht ein. Nach kurzer Ausbildung bei der Luftwaffe wurde er zur weiteren Ausbildung dem Artillerie-Regiment Nr. 128 in Ludwigsburg (Württemberg) zugeteilt. Weihnachten 1943 rückte er mit dieser Formation aus, um als Ergänzung der Mot. 23. Panzer-Division zu dienen. Mit ihr machte er die schweren Kämpfe in Südrußland, Rumänien und Ungarn mit und geriet mit der ganzen 23. Panzer-Division 1945 in amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 19. Juni 1945 entlassen wurde. Zuletzt befand er sich im Gefangenenlager Wasseralfingen bei Aalen.

Von Juni 1943 bis Oktober 1943 lag er an schwerer Nervenlähmung, die zeitweilig bis zur Erblindung führte, im Lazarett in Nördlingen. Einige Wochen nach seiner Entlassung im Jahre 1945 war er kurze Zeit als Arbeiter im Zementwerk Mergelstetten tätig, um vom 22. Juni 1946 ab die Höhere Textilfachschule zu München-Gladbach zu besuchen, auf der er sich bis zum Herbst 1947 befand. Später hielt er sich wieder bei seinen Eltern auf, die 1947 nach Memmingen im Allgäu umgesiedelt waren und von da nach Großberghofen bei Dachau verzogen, wo sein Vater Direktor in einer Tuchfabrik war. Auch diese Stelle gab sein Vater wieder auf, und er betätigt sich jetzt in leitender Stellung in einem Fabrikunternehmen der Textilindustrie zu Ingolstadt a. d. Donau.